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24.10.2014

10:16 Uhr

Neue Aktie

TLG Immobilien schafft Sprung an die Börse

Die Aktien von TLG Immobilien werden ab heute an den Börse gehandelt – knapp über dem Ausgabepreis. Der Erlös für die Eigentümer liegt bei 400 Milionen Euro. Erst im Endspurt hatten sich genügend Investoren gefunden.

Das Immobilienunternehmen geht an die Börse: Knapp vor Ultimo sind nun die Orderbücher voll geworden. dpa

Das Immobilienunternehmen geht an die Börse: Knapp vor Ultimo sind nun die Orderbücher voll geworden.

FrankfurtDer Gewerbeimmobilienkonzern TLG ist mit einem kleinen Plus in den Handel an der Frankfurter Börse gestartet. Die Aktie des auf Ostdeutschland fokussierten Berliner Unternehmens hielt sich nach einem ersten Kurs von 10,88 Euro über dem Ausgabepreis von 10,75 Euro. Die Vorstände Peter Finkbeiner und Niclas Karoff wollten auf dem Frankfurter Parkett gar nicht mehr aufhören, die Börsenglocke zu läuten. Das Unternehmen habe sich nicht von den Turbulenzen an den Märkten ausbremsen lassen wollen, begründete Finkbeiner die Entscheidung, den Börsengang durchzuziehen. Beide zeigten sich nach der achttägigen Werbetour bei Investoren rund um den Globus erleichtert. Man hat auf viel Schlaf verzichtet, resümierte Karoff.

Dem Unternehmen fließen aus dem Börsengang 100 Millionen Euro zu, den Löwenanteil des Emissionsvolumens von bis zu 396 Millionen Euro kassiert aber der US-Finanzinvestor Lone Star. Er hatte den Bestand an Büros, Läden und Hotels aus dem Besitz der früheren Treuhandanstalt erst vor zwei Jahren von der Bundesregierung gekauft. Wir sind froh, dass wir in diesem Marktumfeld den Sprung an die Börse geschafft haben und TLG damit Mittel für weiteres Wachstum zuführen konnten, sagte Alexander Hesse, Co-Chef des Immobilien-Geschäfts von Lone Star in Europa.

Die TLG-Papiere waren am unteren Ende der Spanne zugeteilt worden. Das Orderbuch hatte sich erst kurz vor dem Ende der Zeichnungsfrist gefüllt, als sich die europäischen Börsen stabilisierten. Die texanische Lone Star lässt ihre Beteiligung an der TLG in diesem ersten Schritt auf bis zu 40 Prozent abschmelzen.

Was Sie über die Börsenkandidaten wissen sollten

Zalando

ZALANDO (Online-Versand von Schuhen und Bekleidung)

Zeichnungsfrist: bis 29. September 2014
Erstnotiz: 1. Oktober 2014
Eigentümer: Kinnevik (35,6 Prozent), Global Founders/Brüder Samwer (16,7 Prozent), Bestseller/Anders Holch Povlsen (10,5 Prozent), Juri Milner (8,1 Prozent), Holtzbrinck Ventures (7,6 Prozent), Tengelmann (5,6 Prozent) und weitere.
Bewertung: bis zu 5,6 Milliarden Euro
Volumen: 441 bis 633 Millionen Euro
Banken: Morgan Stanley, Goldman Sachs und Credit Suisse.

Rocket Internet

ROCKET INTERNET (Holding von jungen Internet-Unternehmen)
Zeichnungsfrist: 24. September bis 7. Oktober 2014
Erstnotiz: 9. Oktober 2014
Eigentümer: Brüder Samwer (52,3 Prozent), Kinnevik (18,1 Prozent), United Internet (10,4 Prozent), Philippine Long Distance Telephone (PLDT, 8,4 Prozent), Access Industries (Len Blavatnik, 8,3 Prozent), Holtzbrinck Ventures (2,5 Prozent)
Bewertung: bis zu 6,7 Milliarden Euro
Volumen: 1,34 bis 1,61 Milliarden Euro
Banken: JPMorgan, Morgan Stanley und Berenberg.

Tele Columbus

TELE COLUMBUS (Kabelnetzbetreiber)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: mehrere Hedgefonds

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: JPMorgan, Goldman Sachs

TLG Immobilien

TLG IMMOBILIEN (Gewerbeimmobilien in Ostdeutschland)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: Lone Star

Bewertung: 1,5 Milliarden Euro (inklusive Schulden)

Volumen: rund 500 Millionen Euro

Banken: UBS, JPMorgan

Steinhoff

STEINHOFF (Möbelproduktion und -handel)

Zeitpunkt: nach dem 9. September

Eigentümer: börsennotiert, Gründer Bruno Steinhoff größter Aktionär

Bewertung: knapp 9 Milliarden Euro (Börsenwert)

Volumen: Wechsel von der Börse Johannesburg nach Frankfurt, Kapitalerhöhung im Juli durchgeführt, möglicherweise weitere Platzierung im Zuge des Wechsels des Börsenplatzes.

Banken: Kapitalerhöhung begleitet von Barclays, BNP Paribas, Citigroup, HSBC und Commerzbank

Hella

HELLA (Autoscheinwerfer-Hersteller)

Zeitpunkt: Herbst 2014 möglich

Eigentümer: Familie

Bewertung: rund 3,5 Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: Citi, Bankhaus Lampe

Armacell

ARMACELL (Dämmstoff-Hersteller)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Charterhouse Capital Partners

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: Deutsche Bank, Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas

Goodgame Studios

Online-Spielehersteller

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015 möglich
Eigentümer: Gründer (Brüder Wawrzinek)
Banken: Bank of America Merill Lynch, Berenberg und Deutsche Bank

Scout24

SCOUT24 (Betreiber von Online-Marktplätzen)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Hellman & Friedman (49 Prozent), Blackstone (21 Prozent), Deutsche Telekom (30 Prozent)

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: rund 400 Millionen Euro (für 20 Prozent der Anteile)

Banken: Goldman Sachs, Credit Suisse als Koordinatoren (erwartet)

Siemens Audiologische Technik

SIEMENS AUDIOLOGISCHE TECHNIK (Hörgeräte)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Siemens AG

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Siemens-Aktionäre

Banken: Auswahl in Kürze erwartet

Axel Springer Digital Classifieds

AXEL SPRINGER DIGITAL CLASSIFIEDS (Online-Anzeigenbörse)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Axel Springer SE (70 Prozent), General Atlantic (30 Prozent)

Bewertung: rund drei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Douglas

DOUGLAS (Parfümerie, Einzelhandel)

Zeitpunkt: Frühjahr 2015

Eigentümer: Advent International und Familie Kreke

Bewertung: rund zwei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Hapag-Lloyd

HAPAG-LLOYD (Reederei)

Zeitpunkt: Herbst 2015

Eigentümer: (vor Vollzug der Fusion mit CSAV ) Stadt Hamburg (37 Prozent), Kühne Maritime (28 Prozent), TUI (22 Prozent), Signal Iduna (5 Prozent), HSH Nordbank (3 Prozent), M.M. Warburg & Co (2,9 Prozent) und HanseMerkur (1,8 Prozent), CSAV erhält zunächst 30, später 34 Prozent.

Bayer Material Science

Bayer Material Science: Kunststoffe
Zeitpunkt: Herbst 2015/Frühjahr 2016
Eigentümer: Bayer AG
Bewertung: bis zu 10 Milliarden Euro
Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Bayer-Aktionäre

Neuer Großaktionär ist nun der Wertpapierhändler Mercantil Valores aus Uruguay, der allein gut ein Drittel der angebotenen TLG-Aktien abnahm. Dahinter stecken Finanzkreisen zufolge reiche Familien aus Südamerika, die nun 21 Prozent an den früheren DDR-Immobilien in Berlin, Leizpig, Dresden und Rostock halten. Mercantil Valores gehört zum Finanzkonglomerat Mercantil America aus Panama. Viele andere Investoren hielten sich bei der Emission dagegen laut Finanzkreisen zurück.

TLG ist der sechste größere Börsenneuling in Deutschland in diesem Jahr. Für die Investoren waren die meisten davon kein Geschäft: Nur der Gasfedern-Hersteller Stabilus hält sich knapp über dem Ausgabepreis, der 3D-Drucker-Spezialist SLM Solutions liegt knapp darunter. Dagegen haben Zeichner der Internet-Werte Zalando und Rocket Internet drei Wochen nach der Erstnotiz jeweils 14 Prozent verloren. Der Aktienkurs des Dachpfannen-Herstellers Braas Monier ist sogar um 33 Prozent abgestürzt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Carl Icahn Jr.

24.10.2014, 09:39 Uhr

Naja, zumindest kein IPO-Loss wie bei der Braas vor ein paar Monaten. Und nicht jede Kiste kann so geil sein wie Zalando.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.

Carl Icahn Jr.
- selbst. Börsenhändler -
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