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08.01.2013

20:23 Uhr

Neue Anleihe

Irland nimmt 2,5 Milliarden Euro auf

Die stattliche Summe von zehn Milliarden Euro will Irland in diesem Jahr mit Hilfe von Anleihen aufnehmen. Ein guter Schritt davon ist schon geglückt: Am Dienstag wurde eine Anleihe für 2,5 Milliarden Euro platziert.

Graffiti in Dublin. AFP

Graffiti in Dublin.

DublinIrland hat Anleihen im Wert von 2,5 Milliarden Euro über Konsortialbanken begeben. Die Anleihen mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2017 seien mit einer Rendite von 3,32 Prozent bei Investoren platziert worden, teilte die irische Schuldenagentur NTMA am Dienstag in Dublin mit.

Das Interesse sei groß gewesen, es seien Gebote im Wert von 7 Milliarden Euro eingegangen. 200 Investoren hätten sich um die Papiere bemüht. Die Platzierung wurde mit Hilfe einer Reihe von Banken durchgeführt. Insgesamt will die irische Schuldenagentur im laufenden Jahr 10 Milliarden Euro aufnehmen, ein Viertel des Zielwerts ist also bereits geschafft.

Wegen einer schweren Immobilien- und Bankenkrise hatte Irland 2010 als erstes Land in Europa Finanzhilfen aus dem Rettungsschirm erhalten und eine umfassende Reform- und Sparpolitik begonnen. Zuletzt hatte das Eurokrisenland bereits Staatsanleihen und Geldmarktpapiere mit kürzerer Laufzeit versteigert und damit den Markt erfolgreich getestet. In Irland sind Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung zu erkennen. Das Land gehört zu den wenigen Eurostaaten, deren Wirtschaft zuletzt gewachsen ist.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Rene

09.01.2013, 07:32 Uhr

@digitech: Und was sind die Lehren, die Irland zieht?

1) Wir wollen das Geld der Länder, denen mit mit der Unternehmenssteuerpolitik die Unternehmen wegnehmen.
2) Andererseits ist dieser Konkurrenzkampf auch gut, so gibt es Druck auf Ideologische Steuersätze wie in Frankreich.
3) Wenn jemand Dumpingsteuersätze betreibt, muß er auch die Konsequenzen tragen.
4) Gleiches passiert in Deutschland mit den Gewerbesteuerhebesätzen. Gäbe es den Druck nicht, dass Unternehmen auch abwandern können, wären die Steuersätze überall gleich HOCH (da di ePolitiker nicht mit Geld umgehen könne, mit fremden jedenfalls nicht) und man verliert Unternehmen im internationalen Wettbewerb.

Account gelöscht!

09.01.2013, 13:10 Uhr

@Rene in einem gemeinsamen Markt kann diese Form des Steuerdumping auf die Dauer nicht gut gehen und führt Europa unweigerlich zum verstärkten Neo-Merkantilismus.

Sagen wir mal Google versteuert seine britischen Werbeverkäufe in England (und das ist auch der Fall). Somit entgehen dem Fiskus etliche Milliarden in Steuereinnahmen in Grossbritannien. Eric Schmidt nennt dies vereinfacht Kapilismus und will weiterhin seine Gewinne in Irland im niederländischen Sandwich versteuern.

Die Frage sollte doch lauten welchen Sinn haben lokale Steuern überhaupt noch in einer globalisierten Welt und warum sollen nur Arbeitnehmer an diese lokalen Steuergesetze gebunden sein?

Wie oben schon erwähnt es ist nicht nur Google dass diese Steuertricks anwendet sondern es sind hunderte von Firmen unter anderem auch deutsche Unternehmen die so ihre Steuerpflicht umschiffen. Ist das irische Steuerdumping illegal? Nein nicht direkt aber dieser rechtsfreie Raum kann auch als eine Form von ungeandeter Wirtschaftskriminalität angesehen werden der sozial und politisch in Europa so nicht tragbar ist.

Eins ist sicher, die Wirtschaftlobby wird es uns nicht einfach machen diese Schlupflöcher zu stopfen. Sven Giegold kann uns da ein leidvolles europäisches Lied von singen.

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