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30.05.2016

15:49 Uhr

Neue Art von Katastrophen-Bonds

Credit Suisse mit „Schurken-Händler“-Anleihe

Die Schweizer Großbank will sich gegen Risiken im eigenen Hause absichern – beispielsweise bei betrügerischen Geschäften einzelner Händler. Experten wundern sich nicht, dass die Bank nur eine geringe Summe verkauft hat.

Der ehemalige Händler Jerome Kerviel hat 2008 der Bank Societe Generale einen Verlust von 4.9 Billionen Euro beschert. Gegen solche Risiken will sich die Credit Suisse mit einer Anleihe absichern. Reuters

Jerome Kerviel

Der ehemalige Händler Jerome Kerviel hat 2008 der Bank Societe Generale einen Verlust von 4.9 Billionen Euro beschert. Gegen solche Risiken will sich die Credit Suisse mit einer Anleihe absichern.

ZürichDie Credit Suisse hat 220 Millionen Franken an Anleihen verkauft, mit denen sie sich im Krisenfall vor möglichen Verlusten schützen will - etwa, wenn Händler ihre Grenzen überschreiten. Einige Investoren machten um die Papiere wegen der nicht-kalkulierbaren Risiken allerdings wohl einen Bogen.

Ursprünglich wollte die zweitgrößte Schweizer Bank bis zu 630 Millionen Franken der Bonds verkaufen, wie drei Personen berichteten, als sie erstmals vermarktet wurden. Kreisen zufolge wurde die Order-Annahme Anfang Mai verlängert. Und der Versicherungs-Blog Artemis berichtete schließlich am 17. Mai, dass das Angebot auf rund 200 Millionen Franken eingedampft wurde.

„Wir hatten uns die Risiko-Anleihen eine Zeit lang angeguckt und erwogen, zu investieren - es ist definitiv eine interessante Idee“, sagt Dirk Schmelzer, Fondsmanager bei Plenum Investments. „Es wäre schwierig für uns gewesen, unseren Kunden zu erklären, warum wir in ein solches Instrument investieren - weil die Risiken schwer einzuschätzen sind.“ Ein Vertreter der Credit Suisse in London wollte auf Nachfrage von Bloomberg keinen Kommentar zu dem Anleiheverkauf abgeben.

Die großen Rechtsrisiken der Investmentbanken (laut Moody's)

Barclays

Kapitalerhöhung 2008: Es geht um Ungereimtheiten bei der Kapitalerhöhung durch Investoren aus dem Nahen Osten, genauer um die Frage, ob gezahlte Gebühren korrekt veröffentlicht wurden. Altaktionäre blieben bei der Transaktion außen vor. Es ermitteln die britische Finanzaufsicht FCA, US-Justizministerium, SEC, und die britische Behörde für schwere Wirtschaftskriminalität SFO.

Handelssysteme: Hochfrequenzhändler sollen Einblicke in eigentlich anonyme Handelspositionen von anderen Kunden erhalten haben. Es ermitteln die US-Börsenaufsicht SEC und die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft.

HSBC

Geldwäsche: Geldwäsche-Vorwürfe und damit verbundene Sanktionsverstöße hält Moody`s für ein hohes Risiko für das britische Institut.

RBS

Verkauf toxischer US-Hypotheken: Die Royal Bank of Scotland hat dafür bereits 2,5 Milliarden Dollar zurückgelegt, Moody's hält aber eine endgültige Strafzahlung für wahrscheinlich, die „ein Vielfaches“ davon beträgt.

Deutsche Bank

Devisen: Es geht um Kursmanipulationen

Russlandgeschäft: Kunden sollen über die Russland-Tochter der Bank Schwarzgeld gewachsen haben.

Credit Suisse

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

UBS

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Goldman Sachs

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Die fünfjährigen Papiere ähneln jenen Katastrophen-Bonds, die von Versicherern genutzt werden, um ihre Risiken aus Unglücken wie Überflutungen und Erdbeben zu begrenzen.

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