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06.01.2005

13:46 Uhr

Neue Auflagen für Kursmakler

Deutsche Börse behält Parketthandel zunächst bei

Die Wertpapierbörse in Frankfurt behält ihren traditionellen Parketthandel auch nach dem Wegfall des so genannten Bestandsschutzes für Kursmakler bei. Vom 1. Juli an sind die Börsenmakler, die im Fachjargon Skontroführer heißen, nicht mehr automatisch für bestimmte Aktien zuständig.

HB FRANKFURT. Die historisch gewachsene Zuordnung soll dann nicht mehr nach einzelnen Papieren, sondern nach Branchen und Ländern erfolgen und an die Leistung der Makler gekoppelt werden. Das teilte die Deutsche Börse am Donnerstag in Frankfurt mit. Auch sei die Aufteilung offen für neue Skontroführer. Künftig sollen die Zuständigkeiten alle 18 Monate überprüft und anhand von Qualitätskriterien neu vergeben werden.

Der Frankfurter Parketthandel ist mit einem Marktanteil von 65 Prozent zwar die größte deutsche Präsenzbörse, allerdings wird fast das gesamte Volumen im Handel mit wichtigen Aktien inzwischen über das elektronische Handelssystem Xetra abgewickelt. Der Parketthandel soll jedoch nach Angaben der Deutschen Börse mit Hilfe der Umstellung verbessert und auch für Privatanleger attraktiver werden. Eine erfolgreiche Strategie als Handelsplatz für Kleinaktionäre hatte in den vergangenen Jahren die Stuttgarter Börse entwickelt und umgesetzt. Der Börsenrat der Frankfurter Wertpapierbörse muss dem Konzept am 20. Januar noch zustimmen.

Auf dem Frankfurter Parkett sind derzeit etwa 20 Maklerunternehmen tätig. Händler sucht man meist vergeblich - die Orders werden auch dort elektronisch entgegengenommen, dann aber von einem Makler verarbeitet. Zu den Hochzeiten des Parketthandels waren mehrere Hundert Händler in dem Börsensaal in der Frankfurter Innenstadt unterwegs. Wichtig ist er heute vor allem als Kulisse für Fernsehsender.

Die Deutsche Börse verhandelt derzeit mit der London Stock Exchange (LSE) über eine Übernahme des Londoner Handelsplatzes. Auf den noch verbliebenen Parketthandel hätte eine solche Fusion voraussichtlich aber keine Auswirkungen.

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