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09.04.2014

14:12 Uhr

Neue Staatsanleihen

Griechenland bekommt wieder Kredit

VonJörg Hackhausen

Die Rückkehr an den Markt ist beschlossene Sache: Morgen wird Griechenland erstmals seit Jahren neue Anleihen ausgeben. Von einem Meilenstein ist die Rede. Ist das das Ende der Euro-Krise? Für Jubel ist es viel zu früh.

Sonne über Athen: Griechenland kehrt an den Kapitalmarkt zurück. dpa

Sonne über Athen: Griechenland kehrt an den Kapitalmarkt zurück.

DüsseldorfGriechenland wird erstmals seit Beginn der Schuldenrise eine Anleihe ausgeben. Das kündigte das Athener Finanzministerium am Mittwochnachmittag an. Schon morgen soll es so weit sein - einen Tag vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen.

Die neue Anleihe soll über fünf Jahren laufen. Die Regierung hofft, dass die Zinsen unter fünf Prozent liegen werden. 2,5 Milliarden Euro sollen dadurch in die Staatskasse kommen – ein verschwindend geringer Betrag angesichts des nach wie vor riesigen Schuldenberges. Aber den Griechen geht es vor allem um die Symbolkraft. Von einem Meilenstein ist die Rede. der Schritt soll den Anfang vom Ende der Euro-Krise markieren. Doch der Jubel kommt zu früh.

Die Krise, die Europa seit Jahren im Griff hat, begann im Frühjahr 2010 in Griechenland. Investoren zweifelten an der Zahlungsfähigkeit des überschuldenden Staates. Sie sollten recht behalten. Bei zwei Umschuldungen verloren die privaten Gläubiger einen großen Teil ihres Geldes – insgesamt 107 Milliarden Euro. Auch viele deutsche Anleger waren betroffen. Am Kapitalmarkt bekam das Land seitdem kein Geld mehr. Die anderen Euro-Staaten, allen voran Deutschland, sowie die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) mussten aushelfen. Sie schnürten zwei Hilfspakete mit einem Volumen von 240 Milliarden Euro.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil


Heute steht Griechenland nicht viel besser da. Das Land bewegt sich immer noch am Rande der Pleite. Im Mai müssen Schulden in Höhe von 12,5 Milliarden Euro bedient werden. Um einen Zahlungsausfall zu verhindern, braucht Griechenland bis dahin dringend neues Geld, wahrscheinlich auch noch ein drittes Hilfspaket. Der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras drängt zudem auf Entlastungen beim Schuldendienst: Verlängerung der Zahlungsfristen und Senkung der Zinsen.

Die Staatsverschuldung liegt mit einem Verhältnis von mehr als 170 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt deutlich höher als vor vier Jahren. Das liegt auch daran, dass die Wirtschaftsleistung seit Krisenbeginn dramatisch geschrumpft ist. Erst in diesem Jahr soll es zum ersten Mal wieder ein kleines Wachstum geben.

Kommentare (25)

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09.04.2014, 08:41 Uhr

KLar - Griechenland gibt Bonds aus für neue Milliarden. Da bedienen sich Banken und Zockerbuden, die hohe Zinsen kassieren. Die Milliarden versickern in Griechenland in dunkle Kanäle und in der Vetternwirtschaft. Die Bonds werden wertlos und die EZB kauft diesen Ramsch auf und die Schulden werden dann auf Europas Steuerzahler abgewälzt. Oder es erfolgt ein Schuldenschnitt, aber vorher kauft der Staat den Banken den Ramsch ab - und die Schulden landen wieder beim Steuerzahler. Tolles Europa ! Ws wird weitergezockt - schlimmer als vor der Krise. Griechenland ist heute noch mehr Pleite als zu Beginn der Krise, gibt aber neue Bonds heraus. Es wird mehr gezockt als vor der Krsie und was hatten uns die Politiker alles versprochen !

Account gelöscht!

09.04.2014, 08:51 Uhr

Ich weigere mich ganz einfach, in diesem Kasperletheater namens Eurozone mein Geld anzulegen.

Account gelöscht!

09.04.2014, 08:55 Uhr

Zusammengefasst: Banken können Griechenland zu 6% Zinsen Geld leihen, dass sie selbst nahezu kostenlos bei der Zentralbank bekommen. Wenn Griechenland nicht zurückzahlen kann, springt der deutsche Steuerzahler ein, denn die Banken sind ja systemrelevant. Dieser ganze Euro-Selbstbedienungsladen gehört doch auf den Müll!

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