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27.08.2013

12:15 Uhr

Neue Umschuldung

Argentinien will von Alt-Gläubigern kassieren

Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner will eine Umschuldung durchsetzen: Alt-Gläubiger sollen ein neues Angebot bekommen. Die Präsidentin reagierte damit auf ein New Yorker Urteil.

Neues Angebot für Gläubiger: Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner hat eine Umschuldung der seit 2001 fälligen Auslandsschulden angekündigt. dpa

Neues Angebot für Gläubiger: Argentiniens Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner hat eine Umschuldung der seit 2001 fälligen Auslandsschulden angekündigt.

Buenos AiresArgentinien hat eine neue Umschuldung für Gläubiger der seit 2001 fälligen Auslandsschulden angekündigt. Die privaten Gläubiger, die die beiden vorangegangenen Aktionen von 2005 und 2010 abgelehnt hatten, sollten ein neues Angebot bekommen, erklärte die Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner am Montagabend (Ortszeit) in einer Fernsehansprache. Eine entsprechende Gesetzesvorlage sollte am Dienstag ins Parlament eingebracht werden.

Die Präsidentin reagierte damit auf ein am Freitag bekanntgegebenes Urteil eines New Yorker Gerichts, das klagenden Hedgefonds das Recht zusprach, den vollen Betrag der von ihnen aufgekauften argentinischen Bonds zu kassieren. Der Prozess in New York wird unter anderen von den Hedgefonds NML Capital und Aurelius über einen Gesamtbetrag von 1,33 Milliarden Dollar geführt. Insgesamt beträgt die nicht umstrukturierte private Auslandsschuld Argentiniens, für die das neue Umschuldungsangebot gelten soll, um die 20 Milliarden Dollar.

Die neue Umschuldung betreffe nur sieben Prozent der Wertpapiere, für die Argentinien Ende 2001 die Zahlungsunfähigkeit erklärt hatte. Den Besitzern der restlichen 93 Prozent, die auf die vorangegangenen Umschuldungsinitiativen eingegangen waren, sollen neue Bonds angeboten werden, die zu denselben Bedingungen in Buenos Aires statt in New York auszahlbar seien, kündigte Kirchner an. Das Berufungsgericht hatte die Zahlungen der bereits umstrukturierten Auslandsschuld über die Bank of New York in Frage gestellt. Die Bank dürfe nicht die Auszahlung umstrukturierter Bonds den klagenden Wertpapierinhabern gegenüber vorziehen.

Das New Yorker Urteil wird erst nach Abschluss eines Berufungsverfahrens vor dem Obersten Gerichtshof der USA feststehen, das gegen Ende 2014 erwartet wird. Kirchner aber erklärte, ihre Regierung werde nicht das Risiko eines Damoklesschwertes hinnehmen. Argentinien sei ein „trotziger Zahler“, sagte die Präsidentin in Bezug auf die Behauptung des Berufungsgerichts, das südamerikanische Land sei ein „trotziger Schuldner“.

Was 2013 aus 100.000 Euro wurde (1.Halbjahr)

Silber

62.510 Euro

Brasilianische Aktien

73.320 Euro

Gold

74.490 Euro

Russische Aktien

83.690 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

88.730 Euro

Türkische Aktien

90.210 Euro

Bundesanleihen

98.260 Euro

US-Treasuries

98.540 Euro

Sparbuch

100.032 Euro

Tagesgeld

100.930 Euro

US-Dollar

101.220 Euro

Deutsche Aktien

104.360 Euro

Öl (WTI)

105.550 Euro

Japanische Aktien

113.630 Euro

US-Aktien

115.280 Euro

Venezolanische Aktien

151.720 Euro

Nach Angaben der Präsidentin wurden seit 2003 insgesamt knapp 174 Milliarden Dollar zurückgezahlt, ohne dass Argentinien in der Zeitspanne Zugang zu dem internationalen Kapitalmarkt gehabt habe. Die Auslandsschuld sei im vergangenen Jahrzehnt von 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf unter 10 Prozent gefallen. Nach der nächsten Bond-Auszahlung von drei Milliarden Dollar am 12. September werde die Auslandsschuld auf 8,3 Prozent des BIP schrumpfen.

Argentinien hatte im Dezember 2001 nach dem Rücktritt des Präsidenten Fernando de la Rúa die Zahlungen der Auslandsschuld von 133 Milliarden Dollar (damals rund 150 Milliarden Euro) eingestellt.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Rene

27.08.2013, 07:48 Uhr

Auch Hedgefonds müssen Verluste hinnehmen, wenn sie versuchen mit Spekulationen die Rendite zu hebeln. Aber Amerikas Justiz, wie auch die Notenbank, sind politisch nicht unabhängig und müssen sich den wirtschaftlichen Interessen unterordnen, weil die Regierung(en) unfähig ist, die verfehlte Wirtschaftspolitik einzusehen.

walmui

27.08.2013, 07:50 Uhr

Der Bericht ist falsch. Zuerst muss der Oberste Gerichtshof die Klage annehmen - das wird fruehestens im Oktober 2013 entschieden. Wird die Klage angenommen wird mit einer Entscheidung in 2014 gerechnet.

theaterkritik

27.08.2013, 14:13 Uhr

Hedgefond hin oder her - die Schulden des Staates Argentinien sind ja wohl hauptsächlich dadurch entstanden, daß sich eine Unzahl korrupter Politiker, einschließlich der Kirchners, die Taschen schamlos vollgestopft und das Geld illegal ins Ausland transportiert hat, z.B. auf die Seychellen. Und genau dahin hat es die Pampakrähe mit Gefolge im Regierungsjet unlängst gezogen, um ein paar Privatgeschäfte zu erledigen.
Liebe Freunde der aufstrebenden Demokratien: Argentinien ist nicht nur eine faschistoide Kleptokratie sondern auch ein führender Drogenumschlagplatz und eine große Geldwäscherei.
Deshalb ist jede Solidaritätsbekundung mit dem Staat Argentinien pure Heuchelei.

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