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01.09.2014

18:01 Uhr

Neue Zahlen

Griechische Wirtschaft besser als erwartet

Hoffnungsschimmer für die krisengeplagte griechische Wirtschaft: Die Wirtschaftsleistung schrumpft nicht mehr so rapide wie bisher. Entscheidend für die Zukunft der Konjunktur dürfte aber das laufende Quartal werden.

Sagte der Arbeitslosigkeit den Kampf an: Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras. dpa

Sagte der Arbeitslosigkeit den Kampf an: Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras.

AthenDie seit Jahren schrumpfende griechische Wirtschaft hat sich im zweiten Quartal besser geschlagen als von Experten erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank nach neuesten Zahlen von April bis Ende Juni nur noch um 0,3 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte das Statistikamt (Elstat) am Montag in Athen mit. Ökonomen hatten ursprünglich mit einem Minus von 0,5 Prozent gerechnet.

Regierungschef Antonis Samaras sagte nach Bekanntwerden der neuen Ergebnisse der Arbeitslosigkeit den Kampf an. Sie sei ein „hinterhältiger und harter Gegner der Gesellschaft, der die Träume der Jugend untergräbt“, wurde Samaras nach einem Treffen mit dem Wirtschaftsminister von Mitarbeitern zitiert. In den nächsten Jahren sollen mehr als 770 000 neue Arbeitsplätze in Griechenland entstehen, hieß es.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Die Statistiker korrigierten mit den neuen Zahlen vorläufige Angaben von Anfang August, denen zufolge die Wirtschaft nur um 0,2 Prozent geschrumpft war, nur leicht. Zudem sei im ersten Quartal 2014 das BIP mit minus 1,1 Prozent etwas stärker zurückgegangen als vor einem Monat (minus 0,9 Prozent) angenommen wurde. Von entscheidender Bedeutung wird die Entwicklung im dritten Quartal sein. Dann dürften erste konkrete Ergebnisse der Tourismussaison zum Tragen kommen.

Griechenlands Wirtschaft profitiert derzeit von einem Tourismusboom. Das Finanzministerium in Athen rechnet für 2014 erstmals wieder mit einem Anstieg der gesamten Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent. Der Verband der Touristischen Unternehmen (SETE) meldete am Montag, es seien diesen Sommer mindestens 100 000 neue Arbeitsplätze entstanden.

Zuletzt hatte es im zweiten Quartal 2008 beim BIP ein Plus von 0,4 Prozent gegeben. Danach stürzte die griechische Wirtschaft immer tiefer ab, seit 2010 ist der Staat von Hilfskrediten internationaler Geldgeber abhängig.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

01.09.2014, 18:38 Uhr

Das Griechische BSP schrumpft noch immer, mittlerweile seit gut 5 Jahren. Und HB interpretiert das als gute Nachricht, ich lach mich schlapp. Leider ist das alles gar nicht witzig, denn die nächste Enteignungswelle gegen die Bürger hier wird gerade vorbereitet.

Und ihr wundert euch, dass die AfD immer stärker wird, es ist der Hang vieler Deutscher zur Wahrheit und Transparenz. Und von Merkel&Co wird es die nicht mehr geben, das wissen wir mittlerweile.

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