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18.06.2015

11:37 Uhr

Neuemissionen

Ado startet den Börsengang

Seit heute können Aktien des Wohnungsvermieter Ado gezeichnet werden. Das Emissionsvolumen liegt bei bis zu 528 Millionen Euro. Wer kauft, setzt damit auf den Berliner Wohnungsmarkt.

ADO handelt mit Wohnungen in Berlin. Imago

Wohnungsmarkt

ADO handelt mit Wohnungen in Berlin.

FrankfurtDer Berliner Immobilienkonzern Ado Properties will mit dem Erlös aus seinem Börsengang weitere Wohnungen in der Bundeshauptstadt kaufen. Die Tochterfirma der bereits an der Börse in Tel Aviv notierten israelischen Immobiliengruppe Ado will 23,2 Millionen Aktien für bis zu 528 Millionen Euro bei Investoren platzieren.

Ado wäre damit 2015 einer der größten Börsengänge in Frankfurt. 200 Millionen davon fließen Ado Properties selbst zu, der Rest geht an die israelische Muttergesellschaft. Bisher hat Ado 14.600 Wohnungen und Gewerbeimmobilien in Berlin, deren Wert auf 1,2 Milliarden Euro beziffert wird. Die Hälfte davon hat Ado erst im Frühjahr für 375 Millionen Euro vom größeren Rivalen Deutsche Wohnen gekauft.

Neulinge auf dem Parkett: Wer jetzt an die Börse geht

Deutsche Pfandbriefbank

Das Unternehmen ist aus der zu Finanzkrisen-Zeiten verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) hervorgegangen, die sogar mal im Dax war. Noch im Juli soll der Schritt aufs Frankfurter Parkett erfolgen.

Covestro

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer spaltet sein Kunststoffgeschäft unter dem Namen Covestro ab und will das Unternehmen bis spätestens Mitte 2016 an die Börse bringen.

ADO Properties

Die Wohnungsgesellschaft Swallowbird nutzt das gute Immobilienklima und will noch in diesem Jahr in Frankfurt an die Börse gehen. Davor soll das auf den Berliner Markt spezialisierte Unternehmen in ADO Properties umbenannt werden.

CBR

Der Damenmodehändler CBR ist besser unter seinen Marken Street One und Cecil bekannt. Er hat erst in dieser Woche seine Börsenpläne verkündet und will rund 200 Millionen Euro einnehmen, um sich für weiteres Wachstum zu rüsten.

Hapag Lloyd

Auch die Container-Reederei liebäugelt mit einem Börsengang. Zuletzt berichtete das „Manager Magazin“, dass es bereits im Herbst so weit sein könnte.

In den nächsten drei bis vier Jahren will Ado seinen Bestand an Wohnungen in Berlin annähernd verdoppeln, wie Vorstandschef Rabin Savion am Mittwoch in einer Telefonkonferenz sagte. Die Aktien sollen von Donnerstag an in einer Spanne von 20 bis 25 Euro angeboten werden. Damit wird Ado Properties mit gut 825 Millionen Euro bewertet.

Die israelische Mutter reduziert ihren Anteil an der in Luxemburg registrierten Berliner Tochter mit dem Börsengang auf rund 40 Prozent. Die Aktie von Ado Properties soll am 30. Juni erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 29. Juni. Organisiert wird der Börsengang von Kempen und UBS.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Ado Properties hat seit 2006 Wohnungen in Berlin aufgekauft. Die Hauptstadt ist einer der am heftigsten umkämpften Märkte für Wohnimmobilien. Ado glaubt trotz steigender Preise an weitere Wertsteigerungen. „Berlin wird auch in den nächsten Jahren eine starke Performance zeigen“, sagte Ado-Mitgründer Savion. „Wir sehen Berlin als Markt mit großem Potenzial“, ergänzte der Chef der Ado Group, Shlomo Zohar.

Im Vergleich zu deutschen Großstädten wie München habe Berlin noch Nachholbedarf. Die Anleger umwirbt Ado Properties mit der Aussicht, künftig 30 bis 40 Prozent des operativen Gewinns (FFO) aus der Vermietung als Dividende auszuschütten.

Von

rtr

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