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02.09.2016

16:34 Uhr

Neuemissionen

Börsenkandidaten drängeln sich vor US-Wahl

Eon-Tochter Uniper eröffnet die Herbst-Saison der Börsengänge, RWE-Tochter Innogy und Office-First folgen. Bereits das Brexit-Votum sorgte für eine Zwangspause, nun wollen Börsenkandidaten der US-Wahl aus dem Weg gehen.

Die Brexit-Debatte hatte schon im Mai und Juni für eine Zwangspause bei allen Börsengängen gesorgt, im November folgt eine weitere rund um die US-Wahl. AFP; Files; Francois Guillot

Frankfurter Börse

Die Brexit-Debatte hatte schon im Mai und Juni für eine Zwangspause bei allen Börsengängen gesorgt, im November folgt eine weitere rund um die US-Wahl.

FrankfurtUniper gibt den Startschuss. Die Erstnotiz der Kraftwerkstochter von Eon an der Frankfurter Börse am 12. September läutet in diesem Jahr eine heftige, aber kurze Herbst-Saison für Börsengänge ein. Noch in der gleichen Woche werden laut Insidern die öffentlichen Ankündigungen („intention to float“) des IVG-Büroimmobilien-Konzerns Office-First und der RWE-Ökostromtochter Innogy erwartet.

Beide könnten – sofern nichts Unvorhersehbares passiert – vier Wochen später ebenfalls an der Börse gelistet sein. Die Zeit drängt: Denn alle wollen Donald Trump aus dem Weg gehen. Der Präsidentschafts-Wahlkampf in den USA ist auch für deutsche Investmentbanker ein Schreckgespenst.

Sie fürchten ein heftiges Auf und Ab an den Börsen, wenn die Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Milliardär Trump und der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton anzeigen. „Wer weiß, welche überraschenden Wendungen das nimmt – und die Märkte sind in Bezug auf Überraschungen sehr sensibel“, sagt Georg Hansel von Bank of America Merrill Lynch.

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Das neue Energieunternehmen Uniper, in das Eon die notleidenden Kohle- und Gaskraftwerke abgespalten hat, wird vermutlich am 12. September sein Debüt an der Börse geben. Die große Sause in Frankfurt bleibt aber wohl aus.

Die Debatte um den Austritt Großbritanniens aus der EU hatte schon im Mai und Juni für eine Zwangspause bei allen Börsengängen gesorgt. Jeder versuche die zwei Wochen vor und nach dem US-Wahltermin am 8. November zu vermeiden. Schwankungen sind Gift für Börsengänge, weil sie Bankern und Investoren die Preisfindung erschweren.

Uniper ist davon kaum betroffen, werden die Aktien doch im Zuge der Abspaltung den Eon -Aktionären einfach ins Depot gebucht. Doch müssen die Investmentbanker von JP Morgan, Morgan Stanley und Citi in den Stunden und Tagen rund um die Erstnotiz möglichst kursschonend neue Eigentümer für mindestens ein Viertel der neuen Uniper-Aktien finden. Sie liegen zumeist bei Indexfonds, die den Leitindex Dax abbilden und daher nichts mit den Papieren anfangen können. Eon hofft, dass die „neue“ Eon und Uniper an der Börse getrennt mehr wert sind als der „alte“ Energieriese.

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Das gleiche Kalkül treibt auch RWE beim Börsengang von Innogy. Doch das Modell ist ein ganz anderes: Während Eon über die Abspaltung die Mehrheit an Uniper abgibt, damit aber kein Geld einnimmt, versuchen die Essener mit dem Verkauf von neuen Innogy-Aktien zwei Milliarden Euro oder mehr einzusammeln. Ob sich darüber hinaus auch RWE von einem Teil seines Innogy-Aktienbestandes trennt, hängt von der Reaktion der Anleger ab.

„Bei Uniper und Innogy ist viel Musik drin. Die Investoren müssen sich entscheiden, ob sie Anteile an beiden Unternehmen halten wollen oder nur an einem“, sagt Hansel. Bei einigen Fondsgesellschaften dürften sich die Vorstände von Uniper und Innogy in den nächsten Wochen die Klinke in die Hand geben.

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