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26.06.2012

13:33 Uhr

Neuemissionen

Bund braucht mehr Geld als erwartet

Insgesamt 255 Milliarden holt sich der Bund am Kapitalmarkt - drei Milliarden sind kurzfristig hinzugekommen. Grund dafür sind die höheren Kosten, die der Euro-Rettungsschirm ESM verursacht. Die Steuereinnahmen sprudeln.

Der Bund braucht Geld von den Kapitalmärkten: Die Frankfurter Börse. dpa

Der Bund braucht Geld von den Kapitalmärkten: Die Frankfurter Börse.

BerlinWegen der Kosten für den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM muss sich der Bund im Sommer drei Milliarden Euro mehr von Investoren leihen als bislang geplant. Das Emissionsvolumen werde im dritten Quartal von 68 auf 71 Milliarden Euro erhöht, teilte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Dienstag mit. Dazu soll das Volumen von zwei zehnjährigen und einer 30-jährigen Bundesanleihe um jeweils eine Milliarde Euro angehoben werden.

Insgesamt will sich der Bund in diesem Jahr 255 Milliarden Euro am Kapitalmarkt holen - fünf Milliarden mehr als Ende 2011 geplant. Im ersten Halbjahr sammelte er bei 35 Versteigerungen insgesamt 136,5 Milliarden Euro ein. Die Auktionen waren durchschnittlich 1,7-fach überzeichnet. "Die Flucht der Anleger in Qualität und sichere Häfen ist der derzeitige Trend", sagte der Chef der Finanzagentur, Carl Heinz Daube, zu Reuters. "Die Folge für den Emittenten Bund: Die Renditen haben sich im zurückliegenden Quartal auf historisch niedrigen Ständen über alle Laufzeiten bewegt." So konnte der Bundes erstmals eine mit einem Zins von null Prozent ausgestattete zweijährige Anleihe absetzen. Mittelfristig sei aber mit einer Gegenbewegung bei den Zinsen zu rechnen, auch wenn sich die Fundamentaldaten nicht geändert hätten, sagte Daube.

Der Bundestag hat vorige Woche mit den Stimmen der Koalition den Nachtragshaushalt unter Dach und Fach gebracht. Er sieht eine Neuverschuldung von 32,1 Milliarden Euro statt der ursprünglich veranschlagten 26,1 Milliarden Euro vor. Die Anhebung war notwendig geworden, weil Deutschland bereits in diesem Jahr 8,7 Milliarden Euro und damit zwei von insgesamt fünf Jahrestranchen in den Kapitalstock des permanenten Euro-Rettungsschirms ESM einzahlen muss. Zudem fiel der Bundesbankgewinn aufgrund von Rückstellungen der Zentralbank wegen der Schuldenkrise deutlich niedriger aus. Dass die Nettokreditaufnahme nicht noch stärker nach oben gefahren werden musste, liegt an den weiter kräftig sprudelnden Steuereinnahmen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

26.06.2012, 14:45 Uhr

Man wolle nicht noch mehr Belastungen auf unsere nächsten Generationen verlagern.

Sagt unsere ehrliche Regierung?

Schönen Tag noch.

Stephan

26.06.2012, 14:47 Uhr

Neuverschuldung von 32,1 Milliarden Euro!!!
Was für ein Wahnsinn. Man hört immer nur von Merkel und Schäuble das Deutschland so gut dasteht.

Account gelöscht!

26.06.2012, 15:40 Uhr

Die Steuereinnahmen sprudeln, die Wirtschaft wächst, der Arbeitsmarkt sieht gut aus. Das sollten doch ideale Bedingungen sein um Schulden abzubauen. Stattdessen wird weiter neu verschuldet. Worauf wird denn bitte schön gewartet mit dem Sparen? Bis die Wirtschaft einbricht und die Arbeitslosen zahlen steigen, um dann die Sozialausgaben zu kürzen? Und solche Leute wollen den Griechen, Portugiesen und Spaniern Lehren erteilen, wie man mit öffentlichen Geldern umzugehen hat? Lächerlich..

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