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04.01.2005

10:09 Uhr

Neues Platzhaltergeschäft des Bundes über 1,7 Mrd. Euro wird bereits für nächste Woche erwartet

KfW übernimmt weitere Post-Aktien

Der Bund wird in der kommenden Woche ein milliardenschweres Aktienpaket der Deutschen Post an die staatliche Förderbank KfW abgeben und damit den ersten Teil der 2005 von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) geplanten Privatisierungsvorhaben abschließen.

Reuters HB FRANKFURT/M. „Es ist vorgesehen, dass wir nächste Woche zwölf Prozent der Post-Aktien in einem Wert von 1,7 Mrd. Euro vom Bund übernehmen“, bestätigte eine KfW-Sprecherin einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ein Sprecher des Finanzministeriums wollte sich dazu nicht konkret äußern. Er sagte lediglich, sowohl Eichel als auch KfW-Chef Hans Reich hätten in der Vergangenheit weitere Parkgeschäfte angekündigt: „Über Volumen und Zeitpunkt der Platzierungen äußern wir uns nicht.“ Hinter den Kulissen hieß es aber in Berlin, die Meldung sei richtig.

Um die Neuverschuldung nicht ausufern zu lassen, parkt Eichel regelmäßig Anteile an den ehemaligen Staatsunternehmen Post und Telekom bei der KfW, die sie dann möglichst marktschonend am Kapitalmarkt platziert. Die Erlöse fließen in Eichels Haushalt. In laufenden Jahr sieht der Bundeshaushalt ein Privatisierungsvolumen von rund 16,5 Milliarden Euro vor. Ein Großteil davon wird nach früheren Angaben aus dem Finanzministerium durch eine Übertragung von Telekom-Aktien zu Stande kommen. Hinzu kommt der Verkauf von Pensionsforderungen von gut fünf Mrd. Euro, die der Bund an die Telekom und die Post hat. Eichel hatte angekündigt, sich bis Ende 2006 von allen Anteilen an Post und Telekom trennen zu wollen.

Reich hatte im Dezember gesagt, die KfW-Bankengruppe werde 2005 wohl Post- und Telekom-Aktien im Wert von bis zu zehn Mrd. Euro vom Bund übernehmen. Derzeit hält die KfW 36 Prozent oder rund 401 Mill. Post-Aktien. 20 Prozent liegen noch direkt beim Bund. An der Telekom hält die KfW 15,3 Prozent oder rund 641 Millionen Aktien, der Bund direkt noch 23 Prozent.

Erst kurz vor Weihnachten hatte die KfW 3,3 Prozent des Aktienkapitals der Telekom in einem Wert von rund 1,6 Mrd. Euro vom Bund übernommen. Verkauft hatte die KfW zuletzt im Oktober Telekom-Aktien im Wert von rund drei Mrd. Euro, Ende November dann Post-Scheine mit einem Volumen von mehr als einer Mrd. Euro. Der Wert des so genannten Besserungsscheins – also der Differenz zwischen Erlös und Einkauf – kommt dabei gewöhnlich dem Bund zu Gute. Die in diesem Fall erzielten 200 Mill. Euro verblieben aber als Nachrangdarlehen bei der KfW. Damit wurde die Eigenkapitalbasis der Bank gestärkt und der Weg für weitere Privatisierungen frei gemacht.

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