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29.01.2013

15:41 Uhr

New York Stock Exchange

Buffett blitzt bei Übernahmepoker ab

Die US-Investorenlegende Warren Buffett soll beim Poker um die New Yorker Börse NYSE mitgespielt haben. Doch das Angebot des Milliardärs und seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway war nicht gut genug.

US-Investor Warren Buffett. dpa

US-Investor Warren Buffett.

Miami Beach/New York/FrankfurtIm Poker um die Übernahme der New York Stock Exchange (Nyse) dringen immer mehr brisante Details an die Öffentlichkeit. Nach dem ersten Angebot des US-Konkurrenten ICE habe die Nyse-Spitze die Banker von Perella Weinberg angewiesen, auch bei anderen potenziellen Käufern vorzufühlen, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Ein "Unternehmen A" habe daraufhin Ende November ein Angebot eingereicht. Die Offerte war jedoch schlechter als das 8,2 Milliarden Dollar schwere Angebot von ICE-Chef Jeff Sprecher und kam deshalb nicht zum Zug. Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr, handelt es sich bei dem ominösen "Unternehmen A" um niemand Geringeren als Warren Buffett. Die US-Investorenlegende habe mit ihrer Investmentfirma Berkshire Hathaway ein Angebot eingereicht, das unter anderem einen Verkauf der Nyse-Tochter Liffe zu einem bestimmten Mindestpreis vorsah. Die Nyse-Spitze konnte das "Orakel von Omaha" damit jedoch nicht überzeugen.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Nach einem Treffen des Nyse-Direktoriums am 12. und 13. Dezember wurde das "Unternehmen A" nicht mehr erwähnt, eine Woche später gingen ICE und Nyse mit ihren Plänen an die Öffentlichkeit. Die auf Futures und Optionen spezialisierte ICE hat es bei der Übernahme vor allem auf die Nyse-Derivatebörse Liffe in London abgesehen.

Der Aktienhandel, in dem die Nyse-Tochter Euronext schwerpunktmäßig aktiv ist, sei für die ICE dagegen wie ein "Klotz am Bein, den sie unbedingt loswerden will", sagt ein hochrangiger Branchenmanager. Die Euronext, die seit 2007 zur Nyse gehört, betreibt die Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon. Der bevorzugte Plan der ICE sei ein Börsengang der Euronext, sagten drei mit Vorgang vertraute Personen zu Reuters. Aber auch ein Verkauf sei denkbar.

Offiziell bestreiten Nyse-Chef Duncan Niederauer und ICE-Chef Sprecher Verkaufspläne. Er habe zwar bereits mehrere Anrufe von interessierten Börsenbetreibern erhalten, aber die Euronext stehe nicht zum Verkauf, sagte Sprecher am Montagabend zu Reuters. Ziel sei weiter, die Euronext abzuspalten und an die Börse zu bringen. So könne der wahre Wert der Euronext deutlich werden, den die größtenteils amerikanischen Aktionäre der Nyse bisher nicht erkannt hätten.

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