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26.08.2013

15:08 Uhr

Niedrige Anleiherenditen

Lebensversicherer, wohin bloß mit dem vielen Geld?

Die Renditen für Bundesanleihen sind zwar auf relativ hohem Niveau, aber immer noch deutlich zu niedrig für Lebensversicherer und Co. Institutionelle Investoren sind nun gezwungen, sich nach Alternativen umzusehen.

Kurstafel des Dax in Frankfurt. Institutionelle Anleger müssen teilweise Aktien kaufen, um ihr Renditeversprechen zu erfüllen. dpa

Kurstafel des Dax in Frankfurt. Institutionelle Anleger müssen teilweise Aktien kaufen, um ihr Renditeversprechen zu erfüllen.

FrankfurtAuch wenn die Renditen deutscher Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 17 Monaten gestiegen sind, bringen sie den Anlegern Erträge von wenig über Null Prozent. Für institutionelle Investoren dürfte das ein Signal sein, in andere Anlageklassen zu wechseln.

Seit Anfang des Quartals bis zum 21. August war die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe jeden Tag unter der deutschen Inflationsrate, so dass der Ertrag von der Teuerung aufgezehrt wurde. Am Donnerstag stieg die Rendite auf 1,94 Prozent und damit den höchsten Stand seit März 2012. Damit liegt sie allerdings nur knapp über der Inflationsrate von 1,9 Prozent im Juli.

Deutschlands Wirtschaftswachstum hat die Eurozone aus der längsten Rezession seit ihrer Gründung geführt. Der flotte Konjunkturgang hält Anleger jedoch nicht davon ab, für Investments in deutsche Anleihen zu zahlen - ein Zeichen für den Status der Anleihen als sicherer Hafen in der Schuldenkrise. Das schafft Schwierigkeiten für Lebensversicherer und Pensionsfonds, die langfristige Zahlungsverpflichtungen gegenüber ihren Kunden eingehen und gleichzeitig ihr Risikoengagement begrenzen müssen, sagt Goldman Sachs.

Was 2013 aus 100.000 Euro wurde (1.Halbjahr)

Silber

62.510 Euro

Brasilianische Aktien

73.320 Euro

Gold

74.490 Euro

Russische Aktien

83.690 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

88.730 Euro

Türkische Aktien

90.210 Euro

Bundesanleihen

98.260 Euro

US-Treasuries

98.540 Euro

Sparbuch

100.032 Euro

Tagesgeld

100.930 Euro

US-Dollar

101.220 Euro

Deutsche Aktien

104.360 Euro

Öl (WTI)

105.550 Euro

Japanische Aktien

113.630 Euro

US-Aktien

115.280 Euro

Venezolanische Aktien

151.720 Euro

„Renditen zwischen 1,5 und 2 Prozent bei Bundesanleihen erfüllen nicht die Ertragsvorgaben”, erklärte Christoph von Reiche, Leiter von Goldman Sachs Asset Management in Deutschland, am 21. August in einem Interview mit Bloomberg News. „Die Anleger kaufen nicht genug Aktien. Wie will man Erträge erzielen, die über den niedrigen Renditen und der Inflationsrate liegen, wenn man nicht bereit ist, mehr in Aktien zu investieren?”

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