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25.03.2013

10:57 Uhr

Niedrigere Rendite

Continental kündigt wohl Anleihen

Continental kann wohl einen Teil seiner Junk-Anleihen ablösen und sich zu günstigen Konditionen refinanzieren. Dem Autozulieferer setzen aber weiterhin niedrige Ratings zu. Schuld daran: Eine „Mutter-Tochter-Beziehung.“

Die Continental-Verwaltung in Hannover. dpa

Die Continental-Verwaltung in Hannover.

London/FrankfurtDer Autozulieferer Continental AG wird voraussichtlich einen Teil seiner im Junk-Bereich eingestuften Schuldverschreibungen in diesem Jahr ablösen. Investoren haben die Renditen der Continental-Anleihen bereits bis auf ein Niveau absinken lassen, das der Güteklasse Investmentgrade entspricht.

Der Konzern kann die 2015 fällige und mit 8,5 Prozent verzinste Anleihe im Volumen von 750 Millionen Euro im Juli zu 104,25 Euro-Cent je Euro Nominalwert kündigen, wie Bloomberg-Daten zeigen. Vor dem Hintergrund zunehmender Spekulationen auf eine vorzeitige Rückzahlung ist der Kurs des Papiers von 109 Euro- Cent vor sechs Monaten auf 106,5 Euro-Cent gesunken.

Nach Einschätzung von Moody's Analytics wird sich Continental zu günstigeren Konditionen refinanzieren können. Die Ratinggesellschaft verweist darauf, dass Kreditderivate zeigen, dass das Unternehmen bis zu drei Stufen höher bewertet werden sollte. Die Bonitätsnote des Konzerns mit Sitz in Hannover leidet darunter, dass die hoch verschuldete Schaeffler AG nach einem gescheiterten Übernahmeversuch während der Kreditkrise 49,9 Prozent an Continental hält.

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„Für Continental ist es ein wichtiges Jahr, was die Refinanzierung von Anleihen angeht, und die Investoren haben Appetit”, sagt George Flynn, Analyst bei ECM Asset Management in London. „Es wird für sie kein Problem sein, einen großen Teil der Refinanzierungen durchzuführen.” Das Unternehmen hat laut Bloomberg-Daten Anleihen im Volumen von 3 Millarden Euro im Umlauf, die im Laufe des Jahres abgelöst werden können. Die mit 8,5 Prozent verzinste Anleihe hat den frühesten Rückzahlungstermin.

Stefan Scholz, Leiter des Bereichs Finanzen des Continental-Konzerns, ist frustriert, weil Continental durch Schaeffler weiterhin mit einem Rating im Hochzinsbereich belastet ist. Schaeffler, mit Sitz in Herzogenaurach, blieb nach dem gescheiterten Übernahmeversuch 2008 auf Schulden in Höhe von über 10 Mrd. Euro sitzen. „Die Banken und die Anleihegläubiger haben verstanden, dass das Kreditprofil von Continental der Kategorie Investmentgrade entspricht”, sagt Scholz, der im Jahr 2000 aus der Bankbranche zu Continental gestoßen ist. „Wir haben noch nicht entschieden, ob wir eine oder mehrere Anleihen vorzeitig zurückzahlen wollen. Wir werden den Markt informieren, falls wir frühestens im zweiten Quartal die Anleihen kündigen werden.”

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Die Rendite der Conti-Bonds liegt 185 Basispunkte oder 1,85 Prozentpunkte über der Benchmark, wie aus Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch hervorgeht. Damit weist Continental die drittniedrigste Risikoprämie im Euro High Yield Constrained Index von Bank of America Merrill Lynch auf. Besser schneiden nur die deutsche Holdinggesellschaft Franz Haniel & Cie ab, die mit „BB” benotet wird, und die Deutsche Lufthansa AG, deren Rating auf der niedrigsten Stufe der Kategorie Investmentgrade liegt. Die Anleihen in dem Index bieten im Schnitt einen Renditeaufschlag von 523 Basispunkten.

Standard & Poor's bewertet Continental mit „BB-” drei Stufen unter Investmentgrade, die Noten von Moody's Investors Service und Fitch Ratings liegen jeweils eine Stufe höher. Moody's erklärte im September, Continental für sich allein genommen verdiene aufgrund von Verschuldung und Profitabilität ein höheres Rating, werde jedoch durch die hohe Schuldenlast von Schaeffler gedrückt. S&P sah im Februar das Alleinstehungs- Rating von Continental bei „BBB-”, der niedrigsten Stufe im Bereich Investmentgrade. Fitch zufolge entspricht das Alleinstehungs-Rating des Autozulieferers einer niedrigen „BBB“-Einstufung.

„Das Rating wird durch die sogenannte Mutter-Tochter-Beziehung belastet”, sagt Erich Hauser, Aktienanalyst bei Credit Suisse Securities in London. „Wenn man sich die Kreditausfallswaps und die Renditeaufschläge bei Continental anschaut, steht das definitiv in Einklang mit einem Investmentgrade-Rating.”

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

25.03.2013, 14:19 Uhr

Wie, können die einfach sagen wir kündigen. Wenn ein Anleger jetzt 110 % bezahlt hat, dann bekommt der nur 100% zurück, oder müssen die dann den momentanen Kurs bezahlen ?

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