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30.01.2009

07:31 Uhr

Nikkei schließt drei Prozent schwächer und unter 8 000 Punkten

Japans Konjunkturschwäche schreckt asiatische Märkte auf

Sorgen um den Zustand der japanischen Wirtschaft haben den Aktienmärkten in Fernost am Freitag herbe Verluste beschert. In Tokio belasteten neben Daten zur Industrieproduktion und Arbeitslosenrate vor allem die Aktien von Toshiba und Nintendo den Markt, die jeweils weit über zehn Prozent verloren.

Schwacher Nikkei-Index: In Japan verdeutlichten neue Konjunkturdaten die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage Quelle: Reuters

Schwacher Nikkei-Index: In Japan verdeutlichten neue Konjunkturdaten die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage

HB TOKIO/HONGKONG. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor zum Wochenschluss um 3,1 Prozent auf 7 994 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss drei Prozent im Minus bei 794 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong und Singapur verzeichneten Verluste. Die Börsen in Shanghai und Taiwan blieben wegen des Neujahrsfestes geschlossen.

In Japan verdeutlichten neue Konjunkturdaten die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Die Industrieproduktion ging im Dezember um 9,6 Prozent zum Vormonat stärker zurück als von Experten erwartet. "Die Zahlen zur Industrieproduktion waren entsetzlich, und eine genauere Betrachtung der Daten war ein ziemlicher Schock", sagte Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Securities. Vor allem die Chipbranche werde wahrscheinlich hart getroffen werden.

Die neuesten Daten zeigen laut Ökonomen, dass die Rezession nicht mehr nur von der sinkenden Auslandsnachfrage getrieben wird, sondern auch vom sinkenden Binnenkonsum. Die Haushaltsausgaben gingen im Dezember um 4,6 Prozent zurück. Japan steht vor dem Rückfall in eine Deflation. Angesprochen auf die wirtschaftliche Lage sagte Industrieminister Toshihiro Nikai, es „geschehen nacheinander unvorstellbare Dinge“. Nach Einschätzung des Ministeriums ist die Produktion weiter „rapide am Sinken“. Im Januar dürfte sie erneut um 9,1 Prozent und im Februar um weitere 4,7 Prozent zurückgehen.

Die Aktien von Toshiba rauschten um über 17 Prozent in den Keller. Der Elektronikkonzern warnte am Donnerstag vor dem größten Verlust der Firmengeschichte in diesem Geschäftsjahr. Bereiche der Chip-Sparte könnten dem Konzern zufolge ausgegliedert werden, um sie mit anderen Unternehmen zusammenzuschließen. Am Freitag sagte eine mit der Situation vertraute Person, Toshiba verhandle darüber mit NEC. Die Aktien von NEC verloren 6,5 Prozent.

Auch die Anteilsscheine des Börsenschwergewichts Toyota rutschten um rund vier Prozent ab. Der Autobauer wird im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr nach Angaben aus Unternehmenskreisen wahrscheinlich einen größeren Verlust einfahren als angekündigt. Toyota legt am kommenden Freitag Quartalszahlen vor.

Nintendo-Aktien gaben um 12,4 Prozent nach. Der Konzern strich die angepeilten Verkaufszahlen für seine Spielekonsole Wii und seine Gewinnprognose zusammen.

Der Euro gab in Fernost zum Dollar weiter nach. Ein Euro wurde mit 1,2893 Dollar bewertet nach 1,2951 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 89,36 Yen gehandelt nach 90,01 Yen in den USA.

In New York hatte die Börse ebenfalls nach Bekanntgabe schlechter Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten herbe Verluste verzeichnet. Vor allem der Milliardenverlust beim US-Autobauer Ford drückte die Stimmung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,7 Prozent tiefer auf 8149 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 3,3 Prozent auf 845 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 3,2 Prozent auf 1507 Punkte.

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