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25.10.2011

19:12 Uhr

Notenbanken

Anleihekäufe der EZB enttäuschen Investoren

VonAndrea Cünnen

Die Europäische Zentralbank kaut weiterhin kräftig Anleihen aus den Schuldenstaaten ein. Doch den Märkten reicht das Volumen nicht aus. Bei den Notenbanken sind die Käufe nach wie vor umstritten.

Die Euro-Skulptur vor der Europäischen Zentralbank. dpa

Die Euro-Skulptur vor der Europäischen Zentralbank.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat wieder etwas stärker bei Staatsanleihen zugegriffen. In der vergangenen Woche wickelte sie Käufe von Anleihen der Krisenstaaten über 4,5 Milliarden Euro ab. In den beiden Wochen davor lagen die Käufe bei jeweils nur gut zwei Milliarden Euro. Zwischen Kauf und Abwicklung liegen in der Regel zwei bis drei Tage.

Verglichen mit der Wiederauflage des Kaufprogramms für Staatsanleihen im August, als die EZB bis Mitte September wöchentlich Anleihen zwischen 22 Milliarden und 9,8 Milliarden Euro erwarb, sind die jüngsten Käufe jedoch bescheiden. Den Märkten tut die Zurückhaltung nicht gut. Die Kurse spanischer und vor allem italienischer Staatsanleihen sind seit Anfang Oktober wieder deutlich gefallen, und im Gegenzug stiegen die Renditen (siehe „Weniger Käufe, weniger Wirkung“).

Verunsicherte Investoren

Für zehnjährige italienische Staatsbonds verlangen Investoren inzwischen wieder Renditen von rund sechs Prozent. Das ist fast so viel wie im August, bevor die EZB damit anfing, auch italienische und spanische Staatsbonds zu kaufen. „Der Renditeanstieg hat auch mit der Zurückhaltung der EZB zu tun, aber die Hauptursache ist die ungelöste Schuldenproblematik in der Euro-Zone, die die Investoren weiterhin verunsichert“, sagt Norbert Aul, Zinsstratege bei der Royal Bank of Canada.

Aul geht davon aus, dass die EZB und die ihr angeschlossenen nationalen Notenbanken zunächst weiter eingreifen werden, um nachhaltigen Renditeanstiegen von italienischen und auch spanischen Staatsanleihen entgegenzuwirken. „So massive Käufe wie zu Beginn des Programms sind von der Notenbank momentan aber nicht mehr zu erwarten“, meint Aul.

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