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18.06.2013

15:03 Uhr

Nur eine Frage der Zeit

Der Dax dürfte die 10.000-Marke knacken

Die meisten Experten sind sich einig: Der Dax wird weiter steigen. Auch die magische 10.000er-Marke scheint möglich. Doch andere Börsenfachleute sind skeptischer und warnen vor einem neuen Stimmungsumschwung.

Das Rekordhoch des Dax auf der Anzeigetafel in Frankfurt. Wann kommt das nächste Rekordhoch? dpa

Das Rekordhoch des Dax auf der Anzeigetafel in Frankfurt. Wann kommt das nächste Rekordhoch?

FrankfurtIn zwei Wochen feiert der Dax seinen 25. Geburtstag. Auf ein Geschenk wird er aber wohl noch etwas warten müssen: Den Sprung über die magische Marke von 10.000 Punkten. Angesichts der Rally der vergangenen Monate sei es dafür 2013 wohl noch zu früh, sagt Jörg Knaf, Geschäftsführer des Nordeuropa-Geschäfts bei Natixis Global Asset Management (NGAM). „Ende 2014, Anfang 2015 könnte es aber soweit sein.“

Er stützt seine Prognose unter anderem auf eine Umfrage seines Hauses unter 500 institutionellen Investoren weltweit. Diese habe unter anderem ergeben, dass diese die Aktienquoten in ihren Depots anheben wollen. „Wir interpretieren die Ergebnisse so, dass eine große Rotation von Bond zu Aktien stattfindet“, fügt Knaf hinzu. Ähnlich urteilt DZ-Bank-Analyst Christian Kahler. „Anleihen sind äußerst hoch bewertet, Aktien noch relativ günstig.“ Da zudem Vermögensverwalter weltweit in Dividendenpapieren untergewichtet seien, könne mit einer Umschichtung gerechnet werden.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

In den USA scheint diese Verlagerung, im Börsenjargon „Great Rotation“ genannt, bereits begonnen zu haben. Den Analysten von JPMorgan zufolge lag die Aktienquote der dortigen Pensionsfonds und Versicherer Ende des ersten Quartals bei 45 Prozent. Nach Einschätzung von Grant Bowers, Portfolio-Manager der Franklin Equity Group, wird sich die Rotation aber über fünf bis zehn Jahre hinziehen. „Es wird nicht über Nacht passieren.“

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

18.06.2013, 15:58 Uhr

Jeden Tag 'ne andere Dax-Sau durchs Dorf treiben. Nur zu!

Klar, irgendwann 10.000.

Irgendwann auch 7.000. Auch das ist sicher!

Account gelöscht!

18.06.2013, 16:00 Uhr

Gähn.

Da finde ich einen Bericht über die neuesten merkelschen Hosenanzüge spannender

Account gelöscht!

18.06.2013, 16:06 Uhr

1. Great Rotation. Seit einem dreiviertel Jahr angekündigt und nicht gekommen. In der Zwischenzeit haben sich vorlaute Leute wie Pimco-Gross mächtig die Finger verbrannt. Soll er doch weiter machen, ist ja nicht sein Geld.
2. Warum soll ein KGV von 12 (DAX) Spielraum nach oben lassen, wenn sich die Wirtschaft in EU in der nächsten Zeit maximal geradeaus bewegt? USA steigt sicher noch leicht, Schwellenländer sind durchweg dürftig, insbesondere das maue China. Ein insgesamt lächerliches Argument auf Blödzeitungsniveau.
3. HB wollte schon im Februar für seinen Exklusivartikel "DAX bei 10000" Geld sehen. Hat es damals nicht gefruchtet - weil es zwar kommen wird aber nicht zeitnah? Wer kauft schon eine Kristallkugel?

Veilleicht weniger die Meinung anderer wiedergeben sondern mehr eigene Meinung bilden und an die (exklusiven) Leser weitergeben. Würde mich sofort zum Zahlen bewegen.

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