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23.01.2009

21:14 Uhr

Ölpreis stützt

Europäische Aktienmärkte schließen uneinheitlich

Die wichtigsten Aktienmärkte in Europa haben am Freitag nach einem überwiegend sehr schwachen Verlauf uneinheitlich geschlossen. Dabei zeigten sich insbesondere Versicherer schwach. Punkten konnten dagegen Energiewerte.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die wichtigsten Aktienmärkte in Europa haben am Freitag nach einem überwiegend sehr schwachen Verlauf uneinheitlich geschlossen. Die Stimmung hellte sich am späteren Nachmittag auf, nachdem die technologiestarken Nasdaq-Börsen in den USA ins Plus gedreht waren und zunehmend die starken Zahlen von Google honorierten. Belastet hatte die Märkte dagegen zunächst vor allem die enttäuschenden Zahlen von Microsoft und AMD und der unerwartet deutliche Abschwung der britischen Wirtschaft, denn Großbritanniens Wirtschaft steckt nun auch offiziell in der Rezession.

Der Eurostoxx 50 , der zeitweise bei 2086 Zählern auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gefallen war, beendete den Tag mit einem Abschlag von 0,56 Prozent auf 2 147,87 Punkten. Im Wochenverlauf verlor er damit 5,9 Prozent. Der Londoner Ftse 100 schloss nahezu unverändert mit plus 0,01 Prozent auf 4 052,47 Zähler. Im Wochenverlauf sank er damit um 2,3 Prozent. Der Pariser CAC-40-Index büßte 0,71 Prozent auf 2 849,14 Punkte ein. In Spanien schloss der Ibex-35-Index mit einem Plus von 0,17 Prozent. Während die europäischen Finanzwerte, diesmal insbesondere die Versicherer, sich extrem schwach zeigten, legten die Titel der Energiebranche überwiegend zu.

Im Eurostoxx 50 zählten Allianz nach Gerüchten um "Probleme" bei einem kleineren Wettbewerber zeitweise mit 56,50 Euro zu den größten Verlierern. Mit minus 3,49 Prozent auf 60,64 Euro ging die Aktie aus dem Handel. Den Sektor belastete aber vor allem am Morgen noch eine negative Studie zum US-Versicherer Aflac . Morgan Stanley hatte am Donnerstag vor möglicherweise hohen Wertverlusten wegen von europäischen Unternehmen begebenen Hybrid-Anleihen gewarnt. Das hatte die Aflac-Aktie in den USA am Vortag um mehr als 30 Prozent einbrechen lassen. An diesem Freitag jedoch erholte sich das Aflac-Papier und stieg wieder um mehr als 20 Prozent, nachdem der Konzern mitgeteilt hatte, keinen Bedarf für eine Kapitalerhöhung zu haben.

AXA und Aegon büßten zwischen sieben und acht Prozent an Wert ein. Generali verloren 4,57 Prozent auf 15,88 Euro. In Großbritannien fielen Old Mutual um 13,61 Prozent auf 51,60 Euro und Legal & General um 5,78 Prozent auf 55,40 Pence. Standard Life gaben um 2,06 Prozent auf 188,875 Pence nach. In der Schweiz brachen die Titel des Versicherers Swiss Re um 19,16 auf 27,00 Franken ein. Es kursierten Händlern zufolge Spekulationen, dass Swiss Re im vierten Quartal einen massiven Verlust erlitten hat, da der Rückversicherer eine größere britische Bank vor einem Kollaps versichert haben und nun schadensersatzpflichtig geworden sein soll.

Sehr fest zeigten sich dagegen die Aktie des Energiesektors. Sie wurden laut Händlern gestützt, da sich der Ölpreis über 42 Dollar je Barrel hielt: GDF Suez < LYO.FSE > stiegen etwa um 3,32 Prozent auf 31,08 Euro und Total gewannen 1,99 Prozent auf 36,07 Euro. Die Titel der spanischen Endesa stiegen um 5,33 Prozent auf 23,70 Euro. Iberdrola legten um 4,50 Prozent auf 3,25 Euro zu. BG Group rückten in London um 2,80 Prozent vor und auch Royal Dutch Shell zeigten sich fest. Auch die Minenwerte notierten überwiegend mit Gewinnen zwischen 0,5 und drei Prozent.

In Paris waren die Titel von Lafarge schwächster Wert im CAC 40 mit minus 7,90 Prozent auf 34,035 Euro. Die UBS hatte die Aktie des Baustoffe-Unternehmens von "Buy" auf "Neutral" gesenkt und das Kursziel kräftig von 65 auf 40 Euro zusammengestrichen. In Belgien rückten die Aktien von Abinbev nach zeitweiliger Handelsaussetzung um 5,25 Prozent auf 18,45 Euro vor. Der Brauereikonzern hatte den Verkauf eines knapp 20-prozentigen Minderheitsanteils der chinesischen Tsingtao-Braucher an die japanische Brauerei Asahi bekanntgegeben.

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