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12.09.2014

10:33 Uhr

Online-Modehändler

Zalandos Börsentermin steht wohl fest

Einem Medienbericht zufolge möchte der Online-Modehändler Zalando wohl am 1. Oktober an die Börse gehen. Bisher war nur klar, dass der Börsengang dieses Jahr stattfinden soll. Der Termin könne sich aber noch verschieben.

Zahlreiche Zalando-Kartons dienen zu Ausstellungszwecken. Der Online-Händler arbeitet auf Hochtouren an seinem Börsengang. Nun gibt es ein erstes konkretes Datum. dpa

Zahlreiche Zalando-Kartons dienen zu Ausstellungszwecken. Der Online-Händler arbeitet auf Hochtouren an seinem Börsengang. Nun gibt es ein erstes konkretes Datum.

Frankfurt/MainDer Online-Modehändler Zalando will einem Bericht zufolge am 1. Oktober an die Börse gehen. Wie die Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ am Freitag unter Berufung auf das Unternehmensumfeld berichtete, laufen alle Planungen bei Zalando und den mit dem Börsengang beauftragten Banken auf den 1. Oktober zu. Wie in solchen Fällen üblich, könne sich das Datum noch um wenige Tage nach vorn oder hinten verschieben. Zalando hatte bislang nur mitgeteilt, noch in diesem Jahr an die Börse gehen zu wollen.

Das Unternehmen will mit dem Börsengang sein Kapital erhöhen. Ziel sei es, dass am Ende zehn bis elf Prozent des Eigenkapitals an der Börse platziert seien, hatte das Unternehmen in der vergangenen Woche mitgeteilt. Die aktuellen Gesellschafter sollten ihre Anteile behalten, darunter auch der Fonds der Samwer-Brüder, Global Founders, der 17 Prozent der Anteile hält. Mit dem Geld der Samwers war Zalando einst aufgebaut worden.

Das Samwer-Imperium

Die Brüder

Marc (Jahrgang 1970), Oliver (1973) und Alexander (1975) wuchsen in Köln auf; sie studierten in Köln, Vallendar, Oxford und Harvard Rechtswissenschaft, BWL und VWL. Heute arbeiten sie in München und Berlin.

Die Beteiligungen

Die Brüder agieren über den Fonds Global Founders Capital (GFC) der den European Founders Fund (EFF) 2013 ersetzte und das mittlerweile börsennotierte Unternehmen Rocket Internet. Der 150 Millionen Euro schwere GFC ist ein Wagniskapitalgeber, der weltweit als Investor auch die Gründung kleiner Unternehmen die nicht im Fokus von Rocket Internet stehen unterstützen soll; Rocket ist der sogenannte Inkubator, also die Beteiligungsgesellschaft, über die die Samwers in Neugründungen von Internet-Start-ups investieren. Über den GFC halten die Samwers auch die Mehrheit an Rocket Internet.

Rocket Internet ging am 2. Oktober 2014, einen Tag nach dem mit Mitteln der Beteiligungsgesellschaft aufgebauten Versandhändler Zalando, an die Börse. Ein Misserfolg: Die zu optimistisch eingeschätzte Aktie verlor noch am ersten Handelstag zweistellig.

Die Erfolge

Angefangen hat ihr Erfolg mit Alando, einem Internet-Auktionshaus nach dem Vorbild des US-Unternehmens Ebay. Es folgte der Klingeltonanbieter Jamba, der Youtube-Klon MyVideo oder der deutsche Groupon-Vorgänger CityDeal. Zwischenzeitlich hatten sie auch Anteile an den Kontaktnetzwerken Facebook und StudiVZ. Als Aushängeschild gilt der mittlerweile Börsennotierte und mit Rocket-Internet-Geld aufgebaute Versandhändler Zalando, an dem die Samwers nach wie vor Anteile über ihren Fonds Global Founders Capital (GFC) halten.

Mit der Gründung von GFC begann eine noch internationalere und aggressivere Investitionsstrategie der Brüder, laut eigenen Angaben hält der Fonds Beteiligungen an über 50 Unternehmen weltweit. Die Brüder verfügen mittlerweile über ein geschätztes Privatvermögen von insgesamt 5,1 Milliarden Dollar.

Die Misserfolge

Die Samwers stehen eigentlich für erfolgreiche Start-ups. Doch Misserfolge gibt es auch bei ihnen. Im August 2014 listet der Autor Joel Kaczmarek in seinem Buch „Die Paten des Internets“ rund 40 Unternehmen auf, die Pleite gegangen sind – darunter Klone wie Ecareer, Dreambookers oder MyBrands.

Die Verkaufsmaschen

Wenn die Samwers etwas verkaufen wollen, setzen sie gerne auf aggressive Werbung. Das klappte sowohl bei Jamba (Stichwort: „Crazy Frog“) als auch bei Zalando („Schrei vor Glück“). Auch bei Investoren treten die drei Brüder, allen voran Oliver Samwer, offensiv auf. So schrieb der mittlere Bruder einst eine Mail an Investoren, in denen er sich und seine Brüder als Gründer des weltgrößten Start-up-Inkubators bewarb und mit lauter wichtigen Namen wie denen einiger bisheriger Investoren um sich schlug.

Die Kritikpunkte

Die Samwers gelten als erfolgreich, aber auch skrupellos – gerade, wenn es um ihre Geschäftsmodelle geht. In den USA werden sie nur „Copycats“ genannt, weil sie die Ideen erfolgreicher Unternehmer ungefragt übernehmen. Auch mit der Konkurrenz gehen sie nicht immer zimperlich um. So soll Rocket Internet auch schon das Angebot anderer Firmen gezielt manipuliert und versucht haben, an deren Kundendaten zu gelangen. Oliver Samwer bestreitet die Vorwürfe.

Nach Informationen der „Textilwirtschaft“ laufen derzeit auch die Vorbereitungen für ein Bonusaktien-Programm für Zalando-Mitarbeiter. Unabhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit könne jeder Beschäftigte Gratis-Aktien im Wert von rund 180 Euro bekommen. Mitarbeiter, die für mehr Geld Aktien kaufen wollten, bekommen demnach Rabatt.

Im Jahr 2008 nach dem Modell des US-Versandhändlers Zappos gegründet, ist Zalando heute der nach eigenen Angaben größte europäische Online-Händler für Schuhe und Mode. Laut Zalando besuchten Kunden im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Mal die Internet-Seite. Der Versandhändler habe 2013 rund 13,1 Millionen aktive Kunden gehabt, die insgesamt 35,1 Millionen Bestellungen aufgegeben hätten. Mittlerweile ist der Versandhändler in 15 europäischen Ländern vertreten.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Stubenkastl Johann

12.09.2014, 13:01 Uhr

Achtung! Bei diesem Kauf gibt es kein Rueckgaberecht. Auch wurde nie mit "Schrei vor Glueck oder schick's zurueck" geworben ;-)

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