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07.07.2015

13:31 Uhr

Osteuropa und die Griechenland-Krise

Im Notfall hilft schon die „Bazooka“

Die Griechenland-Krise hat auf Staats- und Firmenanleihen in Nachbarländern und Osteuropa kaum Einfluss. Fondsmanager bleiben gelassen – und setzen im Fall der Fälle auf die „Bazooka“ der Europäischen Zentralbank.

Die große Euro-Skulptur in der Frankfurter Innenstadt wird derzeit renoviert. ap

Herz- und Nieren-Check

Die große Euro-Skulptur in der Frankfurter Innenstadt wird derzeit renoviert.

FrankfurtLutz Röhmeyer machte Urlaub in Griechenland als das Land in der vergangenen Woche Kurs auf die Machtprobe mit der Europäische Union nahm. Der Anleihefondsmanager nahm keine Veränderung in der neutralen Positionierung bei osteuropäischen Staatsanleihen vor.

„Griechenland ist nach so vielen Jahren des Redens über einen Grexit isoliert“, sagt Röhmeyer, der bei Landesbank Berlin Investment für knapp eine Milliarden Euro an verwaltetem Kapital verantwortlich ist. Darunter ist auch der Weltzins- Invest Fonds, der mit seiner Entwicklung in den letzten fünf Jahren 92 Prozent der vergleichbaren Fonds geschlagen hat.

Während sich bei früheren Griechenland-Krisen Schockwellen in den osteuropäischen Märkten ausbreiteten, sind selbst die am meisten anfälligen Länder jetzt besser geschützt. In Bulgarien beispielsweise, wo griechischen Banken 28 Prozent des Finanzsektors gehören, hat die bulgarische Zentralbank ihre Devisenreserven in den letzten vier Jahren um etwa 69 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar aufgestockt. Der Kurs der bulgarischen Euro-Anleihe mit Fälligkeit 2022 gab am Montag kaum nach. Auch die rumänische Euro-Staatsanleihe mit Fälligkeit 2024 verlor gerademal 0,4 Cent. Und zehnjährige Bonds beider Länder verzeichneten gar Kursgewinne, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Das Risiko für die meisten Länder in Mittel- und Osteuropa bestehe in ihren Verbindungen mit der breiteren Eurozone und dem Ausmaß, in dem die Krise in Griechenland zu Stress in der Region führt, schrieb William Jackson, leitender Volkswirt bei Capital Economics Ltd. in London, in einer Analyse. Die Marktreaktionen am Montag ließen darauf schließen, dass die Ansteckungseffekte begrenzt seien, so Jackson.

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