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26.01.2010

19:05 Uhr

Osteuropäische Börsen

Ostbörsen profitieren nicht von freundlichen Vorgaben

Trotz guter Daten aus den USA gehen die osteuropäischen Börsen mit Verlusten aus dem Handel. Vor allem Rohstoffwerte standen auf der Verkaufsliste. Welche Aktien sonst noch Verluste hinnehmen mussten.

HB WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Ungeachtet des freundlichen internationalen Umfelds haben die osteuropäischen Börsen am Dienstag mit Verlusten geschlossen. Insbesondere Aktien aus dem Rohstoffbereich wurden gemieden. Auch positive Daten aus den USA halfen den Notierungen nicht. Das US-Konsumklima verbesserte sich den dritten Monat in Folge und erreichte im Januar den höchsten Wert seit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise.

An der Warschauer Börse fiel der Wig-20 um 1,36 Prozent auf 2 385 Zähler. Der breiter gefasste Wig-Index sank um 1,26 Prozent auf 39 998 Punkte. Das Handelsvolumen betrug 1,54 (zuletzt: 1,53) Milliarden Zloty.

Die Aktien von Azoty Tarnow gaben um 2,55 Prozent auf 14,50 Zloty nach. Ciech verbilligten sich um 2,30 Prozent auf 33,99 Zloty und schlossen damit auf dem niedrigsten Stand seit vier Monaten. Gerüchten zufolge könnte die polnische Regierung den Verkauf von strategischen Aktienpaketen in den Chemieunternehmen stoppen. Die Regierung will demnach im Februar über den weiteren Verlauf eines möglichen Verkaufs der Aktienpaketen oder einen totalen Stopp entscheiden. Regierungssprecher waren für eine Stellungnahme nicht verfügbar.

Die Papiere des Kupferproduzenten KGHM Polska Miedz gaben um 3,25 Prozent auf 99,65 Zloty nach und notieren damit auf dem niedrigsten Stand seit einem Monat. Die Kupfernotierungen befanden sich am Dienstag auf dem Rückzug. Die Pläne von China als größtem Kupferverbaucher der Welt, die Kreditvergaben einzuschränken, drückten auf die Kurse. Nach einem kräftigen Anstieg des Geldverleihs zu Jahresbeginn hatten die chinesischen Behörden die Großbanken jüngst angewiesen, im Januar keine Kredite mehr zu vergeben.

Polski Koncern Naftowy Orlen verloren 1,45 Prozent auf 34,10 Zloty. Grupa Lotos gaben um 2,84 Prozent auf 28,05 Zloty nach und fielen damit den fünften Tag in Folge, da die Rohölpreise weiter nachgaben.

In Prag schloss der Leitindex PX 0,96 Prozent tiefer bei 1 183 Zählern und büßte damit den Gewinn des Vortages von plus 0,95 Prozent wieder ein. Das Handelsvolumen belief sich auf 1,50 (Vortag: 1,13) Milliarden tschechische Kronen.

Der tschechische Finanzminister Eduard Janota will den Euro in seinem Land 2016 oder 2017 einführen. Das sagte er bei der Regierungsdebatte über die aktualisierte Fassung des Konvergenzprogramms, die das Kabinett am 8. Februar beschließen will. Das Tempo, mit dem sich Tschechien der Eurozone annähern wird, sollte laut Janota vor allem davon abhängen, wie es gelingen wird, das Budget-Defizit unter drei Prozent des BIP zu drücken. Im vergangenen Jahr machte das Loch zwischen den Ausgaben und Einnahmen 6,6 Prozent des BIP aus.

Als einziger Gewinner notierten die Aktien von CETV 1,34 Prozent höher bei 575,50 Kronen. Die übrigen tschechischen Titel schlossen unisono im roten Bereich. Angeführt wurden die Verlierer dabei von der auch in Prag gelisteten Aktie der Vienna Insurance Group (VIG) mit einem Minus von 2,60 Prozent auf 956 Zähler. Die Aktien der Komercni Banka verbilligten sich um 2,42 Prozent auf 3.796 Kronen. Unipetrol folgten mit einem Abschlag von 1,75 Prozent auf 143,39 Kronen. New World Resources fielen um 1,63 Prozent auf 196,74 Kronen.

Die größte tschechische Textilfabrik OP im mittelmährischen Prostejov (bei Olmütz) ist pleite. Das Unternehmen beschäftigt rund 1 500 Mitarbeiter. Das Kreisgericht in Brünn hat auf Antrag des Unternehmens ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Die Schulden belaufen sich auf insgesamt über 1,6 Milliarden Kronen (61,5 Mio. Euro). Unter den Gläubigern sind laut tschechischen Medienberichten auch die Erste-Bank-Tochter Ceska sporitelna und die Raiffeisenbank in Tschechien. Das Unternehmen hatte zuvor Gläubigerschutz beantragt, allerdings hätten dem zumindest zwei der drei Gläubigerbanken zustimmen müssen. Raiffeisenbank und Citibank lehnten dies jedoch ab.

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