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23.03.2004

07:12 Uhr

Performance entscheidet

Nachhaltigkeit ist ein schwieriges Anlagekonzept

VonRobert Landgraf

In Deutschland besteht bei Investments noch großes Potenzial, dabei ist die Auswahl der Kriterien für Ertragsentwicklung entscheidend.

FRANKFURT/M.Der CIA zählt bei den nachhaltigen Anlagestrategien in der betrieblichen Altersvorsorge zu den Pionieren. CIA, US-Geheimdienst, Nachhaltigkeit? Nein, es handelt sich hier um die gleichnamige Pensionskasse für die Lehrer und Verwaltungsbediensteten im Kanton Genf. So verwirrend wie dieses amüsante Beispiel ist das

Konzept der Nachhaltigkeit insgesamt.

Klar ist, dass es sich um eine Anlagestrategie handelt, die ökonomische, ökologische, soziale und ethische Kriterien berücksichtigt. Klar ist auch, dass das Konzept viel Aufmerksamkeit erregt. Aber: In Deutschland werden nach Marktschätzungen nur etwa 4 Mrd. Euro nachhaltig angelegt. Das entspricht knapp 1 % des gesamten Anlagevolumens im Publikumfondsbereich. „Häufig bleibt Nachhaltigkeit bei uns zwischen Worthülsen in der Politik und grünen Klischees stecken“, wie Louis Graf von Zech, Vorstand der ING BHF-Bank, formuliert. Das ist schade. In den USA fließt nach den Worten von Zechs fast ein Drittel aller Neuanlagen in „sustainable investments“, wie der angelsächsische Fachausdruck heißt.

Ein Problem der Nachhaltigkeit sind die vielen Modelle, die zur Unübersichtlichkeit führen. So ist für kirchliche Fonds das Thema Pornographie Tabu. Bei gewerkschaftlichen Fonds spielen soziale Belange eine besondere Rolle. Und wenn der Ölkonzern BP des öfteren als größte Position in einem Nachhaltigkeitsfonds auftaucht, dann ist das schwer vermittelbar, auch wenn es gute Gründe hierfür gibt: So hat BP die Treibhausgasemissionen seit 1990 um 10 % reduziert; die Tochter BP Solarex ist der weltgrößte Hersteller von Solarzellen; und seit 1998 wird ein Sozialbericht veröffentlicht.

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