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27.06.2013

10:16 Uhr

Peripheriebonds

Anleihen aus Krisenstaaten sind gefragt

Die deutschen Bundesanleihen und Peripherieanleihen verzeichnen leichte Kursgewinne. Grund dafür ist Draghis Äußerung zur Geldpolitik der EZB. Konjunkturdaten aus Deutschland könnten ebenso weitere Impulse bringen.

Die Börse in Frankfurt: Deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt bei 1,75 Prozent zwei Basispunkte niedriger. dpa

Die Börse in Frankfurt: Deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt bei 1,75 Prozent zwei Basispunkte niedriger.

Die deutschen Bundesanleihen verzeichneten am Donnerstagmorgen leichte Kursgewinne. Am Vortag waren die Renditen deutlich gesunken, nachdem Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, geäußert hatte, die Geldpolitik der EZB werde auf absehbare Zeit akkommodierend bleiben. Davon profitierten auch die Peripherieanleihen.

Weitere Impulse könnten Konjunkturdaten aus Deutschland bringen. Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im Juni laut einer Umfrage von Bloomberg News gestiegen. Die Zahlen werden um 9.55 Uhr MESZ erwartet.

Deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt bei 1,75 Prozent zwei Basispunkte niedriger. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um zwölf Basispunkte auf 141,16 Prozent.

Peripherieanleihen konnten die Kursgewinne vom Vortag weiter ausbauen. Bei den zehnjährigen Italien-Bonds fiel die Rendite um acht Basispunkte auf 4,61 Prozent. Spanische Staatspapiere mit zehnjähriger Laufzeit rentierten zehn Basispunkte tiefer bei 4,73 Prozent. Bei den zehnjährigen portugiesischen Anleihen ging die Rendite um einen Basispunkt zurück auf 6,55 Prozent. In dem Land findet heute einen Generalstreik statt. Die beiden größten Gewerkschaften wollen damit gegen die Sparmaßnahmen der Regierung protestieren.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

Am Primärmarkt wird im Tagesverlauf Italien auftreten. Das Land bietet fünf- und zehnjährige Papiere im Gesamtvolumen von bis zu 5 Mrd. Euro an.

Am Markt für US-Staatsanleihen tendierten die Kurse seitwärts. Zehnjährige Treasuries rentierten 2,53 Prozent. Im Tagesverlauf stehen Konjunkturdaten aus dem Mai an, die laut einer Bloomberg-Umfrage zeigen dürften, dass die Verbraucherausgaben um 0,3 Prozent gestiegen sind, nach einem Minus von 0,2 Prozent im April. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangen Woche voraussichtlich gesunken. Die Zahlen werden um 14.30 Uhr MESZ erwartet.

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