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16.10.2014

11:53 Uhr

Pfandbriefe

Investoren ziehen sich aus Schuldtiteln zurück

Pfandbriefe gehören zu den Klassikern im Anleihemarkt. Doch die Erträge gehen so stark zurück, dass sie zunehmend unbeliebt werden. Ein Großinvestor kehrt dem Markt jetzt den Rücken.

Europäischen Investoren ist die Rendite bei Pfandbriefen (Covered Bonds) oft zu unattraktiv und nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll. dpa

Europäischen Investoren ist die Rendite bei Pfandbriefen (Covered Bonds) oft zu unattraktiv und nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll.

LondonPfandbriefe (Covered Bonds) bringen ihren europäischen Käufern so wenig Rendite, dass einer der größten Investoren an dem 2,6 Billionen Euro schweren Markt seine Bestände zurückschraubt. Die Gesellschaft „Union Investment Institutional“, die sich um 21 Milliarden Euro dieser Papiere kümmert, wird die Erlöse aus fälligen Schuldtiteln nicht mehr länger in neue Pfandbriefe (Covered Bonds) reinvestieren, sagte Fondsmanager Daniel Rauch aus Frankfurt. Die Durchschnittsrendite dieser Anleihen ist Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch zufolge auf das Rekordtief von 0,53 Prozent gesunken.

„Müssen wir die letzten Brotkrumen aufpicken, wenn wir das Gefühl haben, nicht ausreichend entschädigt zu werden?“, fragt Rauch. „Die Erträge sind gut gewesen, aber jetzt haben wir ein Renditeniveau erreicht, wo ein Investment in Covered Bonds im Vergleich zu anderen Anlagen nicht mehr so sehr attraktiv ist.“

Der 250 Jahre alte Kreditmarkt hilft, die europäische Hypothekenbranche zu finanzieren. Die Papiere waren historisch für Investoren attraktiv, weil sie sowohl von dem Emittenten garantiert als auch durch einen Pool von Vermögenswerten besichert sind. Unbesicherte Bankanleihen im Investmentgrade-Bereich rentieren bei 1,24 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Da die fälligen Papiere die Neuemissionen das zweite Jahr in Folge übersteigen werden, prognostizieren Analysten, dass die Covered-Bond-Renditen niedrig bleiben werden – während die Europäische Zentralbank (EZB) den Kauf der Wertpapiere im Rahmen eines Programms zur Belebung des Wirtschaftswachstum vorbereitet.

Geldanlage: So sparen die Deutschen

Platz 10

Festverzinsliche Wertpapiere: 8 Prozent
Bei den Geldanlagen der Deutschen gibt 2014 laut einer TNS-Umfrage deutliche Unterschiede zum Vorjahr. Mehr als 2000 Bürger über 14 Jahren nahmen an der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts zum Sparverhalten der Deutschen teil.
Quelle: Verband der privaten Bausparkassen

Platz 9

Aktien: 14 Prozent

Patz 8

Investmentfonds: 20 Prozent

Platz 7

Riester-Rente: 22 Prozent

Platz 6

Immobilien: 25 Prozent

Platz 5

Kurzfristige Geldanlagen: 32 Prozent

Platz 4

Renten- und Kapital-LV: 35 Prozent

Platz 3

Sparen auf Girokonto: 37 Prozent

Platz 2

Bausparvertrag: 37 Prozent

Platz 1

Sparbuch und Spareinlagen: 51 Prozent

Die beliebteste Geldanlage ist mit 51 Prozent zwar immer noch das Sparbuch. Es verzeichnete im Vergleich zu 2013 jedoch einen Rückgang um vier Prozentpunkte.

Investoren sollten bei gedeckten Anleihen einen bedachten Ansatz wählen, meint Ralf Burmeister, Fondsmanager bei Deutsche Asset & Wealth Management in Frankfurt. Die Gesellschaft kümmert sich um 955 Milliarden Euro an Anlagen, darunter rund 15 Milliarden Euro an Covered Bonds.

„Das Renditeniveau ist besorgniserregend und bestimmte Covered Bonds, wie deutsche Pfandbriefe mit Restlaufzeiten von drei Jahren oder weniger sind nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll“, erklärte Burmeister. „Das bedeutet aber nicht, dass es an der Zeit ist, dem Markt den Rücken zu kehren, da länger laufende deutsche Papiere und jene anderer Länder noch immer investierbar sind.“

Kommentare (3)

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Frau Ellis Müller

16.10.2014, 12:35 Uhr

Wieso sollten Investoren noch Pfandbriefe kaufen, wenns die EZB macht?
"Banken und Investoren fürchten eine Verdrängung der privaten Anleger, wenn die Europäische Zentralbank Pfandbriefe kauft." heute auch hier im HB zu lesen.
Wieso sollten Banken italienischen, spanischen Firmen Geld leihen, wenns Schäuble über die KfW macht?

Herr Thomas Podgacki

16.10.2014, 16:56 Uhr

Europäischen Investoren ist die Rendite bei Pfandbriefen (Covered Bonds) oft zu unattraktiv und nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll.


Ob dem HB Online Leser die Tragweite dieser Meldung bewusst ist?

Auf deutsch gesagt:
Die Rendite ist im Vergleich erheblich zu schlecht.
Die Rendite steht in einem schlechten Verhältnis auch zum Risiko.

Wenn noch mehr Investoren zu dieser Erkenntnis gelangen, muß Draghi die Notenpresse heißlaufen lassen, was zu noch mehr Vertrauensverlust führt.
Die Spirale läuft dann noch schneller und enger.
Wenn dann noch eines der geschaffenen kleinen Bläschen platzt.

Trotzdem schönen abend noch.

Account gelöscht!

16.10.2014, 19:36 Uhr

Nun ist die richtige Zeit, aus all den aktuell zu hoch bewerteten Anleihen, auch privaten, auch und gerade coverd bonds, besonders aber Pfandbriefen, die nur einen Teil daran darstellen und zumeist aus Deutschland sind, auszusteigen.

Bessere Kurse dazu wird es kaum geben.
Man bedenke, daß allein bei Treasuries (10 und 30 j) die Rediten in den letzten Wochen der Unsicherheit an den Aktienmärkten drastisch um bis zu 20% fielen!

Offenbar hatte Gross gegenüber el Erian bei PIMCO seinerzeit doch Recht, daß nämlich die Ausstiegskurse erst noch kommen würden.

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