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05.01.2011

07:03 Uhr

Pfandbriefe und Covered Bonds

Banken starten mit neuen Anleihen durch

VonAndrea Cünnen

Zu Jahresbeginn buhlen gleich zehn europäische Banken mit dem Verkauf von großvolumigen deutschen Pfandbriefen und vergleichbaren internationalen Covered Bonds um die Gunst der Investoren. Mit den gedeckten Papieren testen die Banken den Appetit der Anleger.

Skyline des Franfurter Bankendistrikts: Ein Grund für das Vorpreschen der Banken mit gedeckten Bonds ist die Schuldenkrise im Euro-Raum. Quelle: dpa

Skyline des Franfurter Bankendistrikts: Ein Grund für das Vorpreschen der Banken mit gedeckten Bonds ist die Schuldenkrise im Euro-Raum.

FRANKFURT. Der Markt für mit Hypotheken und Staatskrediten gedeckten Anleihen ist zum Jahresauftakt kräftig in Schwung gekommen. Gleich zehn europäische Banken buhlen seit Dienstag mit dem Verkauf von großvolumigen deutschen Pfandbriefen und vergleichbaren internationalen Covered Bonds um die Gunst der Investoren. Damit testen die Banken den Appetit der Anleger zunächst mit den gedeckten Papieren, die sicherer als ungedeckte Anleihen sind.

Analysten gehen davon aus, dass die Emissionsflut noch anhalten wird: "Der Januar ist traditionell ein starker Emissionsmonat, und wir könnten insgesamt Platzierungen über 30 Milliarden Euro sehen", meint Fritz Engelhard von Barclays Capital. Bernd Volk von der Deutschen Bank sieht das ähnlich: "Die vielen Emissionen kommen nicht überraschend, da die Banken einen hohen Refinanzierungsbedarf haben." Laut Volk sind Covered Bonds dabei eine willkommene Möglichkeit für Banken, die Refinanzierungskosten niedrig zu halten. Banker prognostizieren den Refinanzierungsbedarf über größere Covered Bonds in diesem Jahr auf bis zu 200 Milliarden Euro. Das wären etwas mehr als in diesem Jahr.

Ein Grund dafür, dass die Banken mit gedeckten Bonds vorpreschen ist laut Engelhard dabei in diesem Jahr auch die Schuldenkrise im Euro-Raum. "Von deren Unsicherheit wird das Jahr auch für die Covered-Bond-Emittenten geprägt sein", meint Engelhard. Von daher würden die meisten Banken versuchen sich ihre Finanzierung so früh wie möglich zu sichern.

Wie sehr die Probleme der schwachen Euro-Länder auch auf die gedeckten Anleihen durchschlagen, zeigt sich an den Risikoaufschlägen, die Investoren für die neuen Papiere fordern. So platzierte die Münchener Hypothekenbank einen in fünf Jahren fälligen Pfandbrief über eine Milliarde Euro mit einem Risikoaufschlag von nur 0,1 Prozentpunkt über dem fünfjährigen Interbanksatz. Am anderen Ende musste die spanische BBVA für ein dreijähriges Papier einen Aufschlag von 2,25 Prozentpunkten bieten. Für die Banken sind die Aufschläge gegenüber den Interbanksätzen in der Refinanzierung entscheidend. Der dreijährige so genannte Swap-Satz lag am Dienstag bei knapp 1,9, der fünfjährige bei gut 2,4 Prozent.

Dabei gilt die BBVA als eine der solideste spanischen Banken. 2010 mussten kleinere Institute noch höhere Aufschläge zahlen. Insgesamt konnten die spanischen Häuser aber viele Covered Bonds begeben - anders als irische Banken, unter denen sich kein einziges Institut mit einer größeren Emission an den Markt wagte.

Auch neue gedeckte Anleihen portugiesischer Banken waren rar. Spanische Banken und Sparkassen sind jedoch auch am stärksten auf die Refinanzierung über Covered Bonds angewiesen, weil sie die meisten dieser Papiere ausstehen haben. Von daher ist es "erfreulich, dass es noch Investoren für spanische Covered Bonds gibt, auch wenn die Risikoprämien vergleichsweise hoch sind", meint Sebastian Sachs von der DZ Bank. Positiv wertet er zudem, dass die BBVA am Dienstag 1,5 Milliarden Euro und damit recht viel emittieren konnte.

Volk von der Deutschen Bank ist kritischer: "Ob sich auch schwächere spanische Banken in diesem Jahr ausreichend über Covered Bonds refinanzieren können, ist die Gretchenfrage", sagt Volk. Noch höhere Risikoprämien würden die Refinanzierungskosten für Banken in kritische Höhen katapultieren.

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