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14.04.2011

01:14 Uhr

Pflichtwandelanleihe

Commerzbank sammelt über vier Milliarden ein

Die Commerzbank-Aktien waren zuletzt kein Grund zur Freude für das Unternehmen. Dennoch vermeldet die Commerzbank einen Aktienerfolg: Mit der neuen Pflichtwandelanleihe hat sie mehr eingenommen als gedacht.

Erfolgsmeldung aus der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt. Quelle: dapd

Erfolgsmeldung aus der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt.

FrankfurtDie Commerzbank hat den ersten großen Schritt zur Rückzahlung ihrer milliardenschweren Staatshilfen getan. Mit einer vorgezogenen Aktienplatzierung sammelte die Bank innerhalb einer Woche 4,3 Milliarden Euro ein, wie sie am Mittwochabend mitteilte.

Das ist mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens, das die Commerzbank bis Juni am Kapitalmarkt platzieren will. Damit reicht ihr Ende Mai schon eine Kapitalerhöhung im Volumen von 3,95 Milliarden Euro, um fast 90 Prozent der Stillen Einlagen tilgen zu können, die sie in der Finanzkrise vom deutschen Staat erhalten hatte. Von 16,2 Milliarden Euro sollen davon Ende Juni noch 1,9 Milliarden übrig sein.

Die Bank hatte in der vergangenen Woche die Platzierung einer Pflichtwandelanleihe angekündigt, die nach der auf den 6. Mai vorgezogenen Hauptversammlung in Commerzbank-Aktien getauscht werden soll. Gut eine Milliarde der „CoMEN“ getauften Papiere wurden am Mittwoch zu je 4,25 Euro platziert.

Mit 4,3 Milliarden Euro nimmt die Commerzbank damit deutlich mehr ein als die 2,6 bis 3,4 Milliarden Euro, die sie angepeilt hat. Das Geld fließt Mitte Mai direkt an den Bankenrettungsfonds. Der Soffin tauscht zudem 1,4 Milliarden Euro seiner Stillen Einlagen in Commerzbank-Aktien, um seine Aktienbeteiligung von 25 Prozent zu halten.

Mit den „CoMEN“ erreichte die Commerzbank zudem ihr Ziel, neue institutionelle Aktionäre an Bord zu holen. Nur 22 Prozent der bisherigen Anteilseigner nahmen das Recht in Anspruch, für jede ihrer Aktien eine CoMEN zu zeichnen. Bei den restlichen Papieren griffen neue Käufer zu, die sich damit zusätzliche Bezugsrechte für die nächste Kapitalerhöhung sichern konnten.

Die Commerzbank-Aktie war angesichts der Platzierung von neuen Papieren im Umfang von bis zu drei Viertel des bisherigen Grundkapitals unter Druck geraten. Sie schloss am Mittwoch mit einem Minus von fünf Prozent bei 4,69 Euro. Vor der Ankündigung des Schritts vor einer Woche war sie noch zu 5,50 Euro gehandelt worden.

Mit der CoMEN-Platzierung und der folgenden Kapitalerhöhung will die Commerzbank insgesamt 8,25 Milliarden Euro einsammeln. Der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin will dann weitere 2,75 Milliarden Euro an Stillen Einlagen in Aktien wandeln.

Zum Abbau der Soffin-Einlagen will die Commerzbank neben dem Erlös aus der doppelten Kapitalerhöhung und der Umtauschaktion des SoFFin 3,3 Milliarden Euro an überschüssigem Kapital verwenden. Insgesamt gehen mehr als 12,5 Milliarden Euro an den Soffin.

Von

rtr

Kommentare (2)

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aaalp

14.04.2011, 08:22 Uhr

Vor einer Woche wird gemeldet, dass die obere Grenze für Comen 5.467 Euro betragen wird. Der Preis würde aber nicht feststehen. Dann wird's für 4.25 Euro abgegeben. Das nenne ich klare, saubere, verstaendliche, aktionaerfreundliche Kapitalerhöhung! Wenn mir jemand erklaeren könnte, wie die 4.25 Euro/Comen auf einmal Zustande gekommen ist, waere ich nicht mehr so sauer wie ich jetzt bin!

Account gelöscht!

14.04.2011, 12:55 Uhr

Der Bezugspreis sollte maximal 5,467 betragen. Dies so anzukündigen war eine übliche Vorgehensweise, da der wirkliche Bezugspreis durch das Bookbuildingverfahren zustande kommen sollte. Hätte die Commerzbank z.B. max. 4,5 als Bezugspreis genannt, dann wäre noch ein stärkerer Druck beim Bookbuildingverfahren entstanden. Die Commerzbank wollte sicherlich nicht die Altaktionäre absichtlich schädigen. Die neuen institutionellen Investoren haben haben nun über 4 Mrd. für 4,25 in die Commerzbank investieren können. Ich empfinde das auch als unfair, weil sie günstiger als die Altaktionäre mit ihrem gewichteten Einstiegskurs in die Commerzbank einsteigen konnten. Die Commerzbank braucht das Geld und die Privatinvestoren hätten diese Summe nicht aufbringen können. Durch die Leerverkäufe konnten die Institutionellen noch günstiger einsteigen. Ich sehe nur zwei Möglichkeiten, wie die Commerzbank das besser hätte machen können:
1) Aktiv für den Bezug bei den Altaktionären werben. Das wäre sinnvoll gewesen, wenn der Kurs in den nächsten Monaten über 4,25 bleibt, weil sonst die Altaktionäre ja auch über die Börse günstig ihre Anteile aufstocken können.
2) Die Kapitalerhöhung nicht durchführen. Dann hätte die Commerzbank über 1 Mrd. Zinsen an den Staat zahlen müssen. Für die Altaktionäre wäre das besser gewesen, wenn die Eigenkapitalrentabilität über 10 % in den nächsten Jahren liegt. Allerdings möchte man sich vielleicht auch fair gegenüber dem Staat und den Steuerzahlern verhalten. Aufgrund dessen ist eine Rückzahlung sicherlich vertretbar, obwohl ein Fader Beigeschmack bleibt, inwieweit die Vorstände das auch gemacht haben, um ihr Gehalt zu verbessern.

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