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08.10.2014

10:08 Uhr

Pharmakonzern

Molecular Partners soll 151 Millionen Franken bringen

Die Aktien des Schweizer Pharmaunternehmens Molecular Partners sollen 28 bis 35 Franken kosten. Damit wäre die Firma an der Börse bis zu 679 Millionen Franken wert. Die Erstnotiz ist für den 22. Oktober geplant.

Ein Forscher im Labor: Biotechnologie bietet ein enormes Wachstumspotenzial. dpa

Ein Forscher im Labor: Biotechnologie bietet ein enormes Wachstumspotenzial.

ZürichDie Schweizer Biotechnologiefirma Molecular Partners will sich mit ihrem Börsengang bis zu 151 Millionen Franken (125 Millionen Euro) beschaffen. Die Aktien sollen 28 bis 35 Franken kosten, teilte das auf Augen- und Krebsmedikamente spezialisierte Unternehmen am Mittwoch mit. Bei einer Zuteilung am oberen Ende der Preisspanne wäre das in Schlieren bei Zürich ansässige Unternehmen an der Börse 679 Millionen Franken wert. Molecular Partners ist der erste Biotech-Börsengang in der Schweiz seit fünf Jahren. Die Erstnotiz an der Schweizer Börse SIX ist für den 22. Oktober geplant.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Molecular Partners will 4,4 Millionen Aktien platzieren, die überwiegend aus einer Kapitalerhöhung kommen. Im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption könnten zusätzliche 660.000 neue Titel ausgegeben werden. Mit dem Geld will die Firma vor allem die Entwicklung von Medikamenten in Eigenregie vorantreiben.

Besitzer von Molecular Partners sind neben den Gründern und Mitarbeitern auch die Risiko-Kapitalgesellschaften Essex Woodlands, Index Ventures, Johnson & Johnson Development Corporation, BB Biotech Ventures und Endeavour Vision. Der Börsengang wird von JPMorgan und UBS organisiert.

Auch andere Unternehmen aus der Pharmabranche liebäugeln mit der Börse: Vor Kurzem haben Probiodrug, ein auf Alzheimer-Forschung spezialisiertes deutsches Biotech-Unternehmen, und die französische OSE Pharma, die Immuntherapie-Krebsarzneien entwickelt, Börsenpläne kundgetan.

Von

rtr

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