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23.01.2014

11:00 Uhr

Pimco-Chef Gross

„Wir sind keine reinen Anleihen-Leute mehr“

Pimco-Gründer Bill Gross plaudert über die Gründe für den Rückzug von Co-Chef El-Erian. Und er verkündet die strategische Wende. Die Tochter der Allianz soll stärker in die Vermögensverwaltung mit Aktien einsteigen.

Bill Gross, Gründer von Pimco, will nun stärker auf die Vermögensverwaltung mit Aktien setzen. dapd

Bill Gross, Gründer von Pimco, will nun stärker auf die Vermögensverwaltung mit Aktien setzen.

New YorkDer Vermögensverwalter Pimco will in den kommenden Wochen mehr Vize-Chefs ernennen. Das erklärte Bill Gross, Investmentchef (CIO) und Mitbegründer von Pimco, am Mittwoch. Zuvor war der Abgang von Pimco-Chef Mohamed El-Erian bekannt geworden. Pacific Investment Management Co. (Pimco) ist eine Tochter des deutschen Versicherers Allianz.

„Ich beabsichtige, dass eine Vielzahl von Vertretern sichtbar sind - und dass jedem bestimmte Asset-Rollen auf globaler Basis und mit einem globalen Menü zugewiesen werden”, sagte Gross im Interview mit der Bloomberg. Der bisherigen Ausrichtung der Gesellschaft erteilte er eine Absage: „Wir sind keine reinen Anleihen-Leute mehr.“

Die Durchhalteparolen des Bill Gross

Schwieriges Jahr

Das Jahr 2013 war alles andere als gut für Bill Gross und seine Vermögensverwaltung Pimco. Die Performance war unterdurchschnittlich, die Kunden liefen davon. In seiner monatlichen Kolumne versuchte der 69-Jährige, die schwierige Lage an den Märkten zu erklären.

Januar

„Das Ergebnis des Gelddruckens wird in Form von Inflation und Abwertung von Währungen kommen, entweder gegeneinander oder gegen begrenzte Rohstoffe wie Öl oder Gold.“

Februar

„Stellen Sie sich auf niedrigere Renditen bei Ihrer Portfolio-Planung ein.“

März

„Unternehmensanleihen und Hochzinsanleihen sind überschwänglich und irrational bewertet.“

April

„Jeder von uns, selbst alte Hasen wie Buffett, Soros, Fuss, und ja - auch ich, hat seine Laufbahn im vielleicht vorteilhaftesten Zeitraum begonnen, im attraktivsten Zeitalter, das Anleger erfahren durften“

Mai

„Zentralbanken und Politiker sind wie Friseure. Sie beschneiden Ihre Investitionen. Diese Haircuts werden versteckt in Form von Steuern, manipulierten Zinsen und Inflation auftreten, die die Kaufkraft jedes Anlegers reduzieren.“

Juni

„Es kommt ein Punkt, wenn, egal wie viel Blut durch das System gepumpt wird, mit Null-Zinsen und globalen Programme zur quantitativen Lockerung, dass das Blut selbst anämisch werden kann.“

Juli

„Springen Sie noch nicht über Bord. Auch wenn wir an einen Wendepunkt für die Renditen von US-Staatsanleihen, Hypothekenpapieren und Unternehmenstiteln gelangt sind, wäre der Ausstieg eine übertriebene Reaktion.“

August

Bond-Manager müssen an die neue Welt der Null-Zinsen anpassen und niedrige Gesamterträge akzeptieren.“

September

„Eigentlich möchte man Erträge erzielen, gleichzeitig jedoch sein Anlagekapital nicht verlieren. Einige schwören auf Aktien als die alleinige Option. Ich bin mir dessen jedoch nicht so sicher. Denn wenn die US-Notenbank ihr Lockerungsspiel beendet, könnten Aktien ebenfalls in Gefahr sein.“

Oktober

„Die Fed muss irgendwann die Anleihekäufe zurückfahren. Sie können nicht jedes Jahr ihre Bilanz um eine Billion Dollar erweitern, ohne dass etwas Negatives passiert“

November

„Die Investoren in den USA und anderswo sollten auf Investitionen in die Realwirtschaft setzen, nicht auf künstlich aufgeblasene Aktien.“

Dezember

„Die Investoren spielen alle dasselbe gefährliche Spiel, das von der anhaltenden Politik des billigen Geldes und der künstlich niedrigen Zinsen abhängt, mit der verzweifelt versucht wird, das Wachstum anzukurbeln.”

El-Erian wird Mitte März zurücktreten. Sein Nachfolger als CEO ist laut einer Pressemitteilung vom Dienstag Douglas Hodge. Dieser ist Managing Director und derzeit Chief Operating Officer. El- Erian, 55, bleibt Mitglied des International Executive Committees der Allianz und soll den Vorstand des Münchener Versicherers in globalen Wirtschafts- und Politikfragen beraten.

Das Flaggschiff von Pimco ist der Anleihefonds Pimco Total Return Fund. Er hat ein Volumen von 237 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr musste er jedoch unter dem Strich Abflüsse von 41,1 Milliarden Dollar hinnehmen, als die Zinsen zu steigen begannen. Zudem verlor der Fonds im Oktober seinen Titel als weltgrößter Investmentfonds. Das geht aus Daten von Morningstar hervor, die Anfang Januar veröffentlicht wurden.

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