Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2015

09:28 Uhr

Pimco

Wieso die Allianz-Tochter Milliarden in Griechenland investiert

Deutschlands größter Versicherer Allianz steckt mehr Geld in riskante griechische Staatsanleihen – gerade jetzt, da der Krisenstaat immer näher an die Pleite rückt. Schuld ist die Fondstochter Pimco. Was dahintersteckt.

Sitzung der Finanzminister

Varoufakis: „Jederzeit zur Lösung der Krise bereit“

Sitzung der Finanzminister: Varoufakis: „Jederzeit zur Lösung der Krise bereit“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDas ungelöste Schuldenproblem Griechenlands macht Anleger auf der ganzen Weg immer nervöser. Die Zeit wird knapp. Ob in Frankfurt, New York oder Tokio – die wichtigsten Indizes haben in den vergangenen Tagen stark nachgegeben. Umgekehrt wächst die Nachfrage nach etwa deutschen Staatsanleihen als „sicherer Hafen“.

Da kommt die Nachricht doch überraschend, dass gerade Deutschlands größter Versicherer Allianz – entgegen dem Trend – sein Engagement in riskanten Griechenbonds ausgeweitet hat – von einer auf 1,2 Milliarden Euro, wie der Nachrichtendienst Bloomberg berichtet. Über die Tochtergesellschaft Pimco hält die Allianz damit das größte Volumen an Hellas-Bonds hinter der Europäischen Zentralbank.

Wie lässt sich das Rätsel lösen? Pimco, als weltweit zweitgrößter Anleihemanager, verwaltet teilweise Vermögen der Allianz Versicherung, jedoch in erster Linie Kundengelder. Die Allianz ist demnach nur mit zwei Millionen Euro direkt in Griechenland investiert. Der große Rest der Anlagesumme fließt dagegen im Auftrag von institutionellen Investoren nach Griechenland.

Klar ist: In den vergangenen Monaten haben sich viele Anlegergruppen aus Griechenland zurückgezogen. Wie eine Recherche des Handelsblatts ergab, sind etwa drei der größten deutschen Fondsgesellschaften, die genossenschaftliche Union Investment, die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche AWM und die Sparkassenfondstochter Deka, nicht mehr in griechischen Bonds investiert. In ihren Augen überwiegen die Risiken, dass die Papiere am Ende ausfallen, die Renditechancen.

Alle Details zum EZB-Anleihekaufprogramm

Die Geldschwemme beginnt

Im März startete die Europäische Zentralbank (EZB) ihre breits im Januar angekündigte Geldschwemme. Die wichtigsten Details zum Kaufprogramm.

Das kauft die EZB

Die EZB wird neben dem bereits begonnen Erwerb von gesicherten Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) zusätzlich Staatsanleihen und Wertpapiere bestimmter internationaler Institutionen kaufen.

So sollen die Käufe ablaufen

Die Käufe sollen „schrittweise und auf breiter Basis“ durchgeführt werden, um die Preisbildung auf den Finanzmärkten nicht zu stören.

Kauf fauler Papiere ist möglich

Grundsätzlich seien auch Käufe von Papieren mit negativer Rendite (also mit sehr hohem Kurswert) möglich. Allerdings nur, solange die Rendite der Papiere über dem Einlagensatz der Notenbank von derzeit minus 0,2 Prozent liegt.

Die Rolle von EFSM und ESM

Die EZB will unter anderem Papiere der folgenden internationalen Institutionen kaufen: Schuldtitel der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Union (EU).

Auch Papiere nationaler Banken werden gekauft

Unter anderem will die EZB auch Anleihen der folgenden nationalen Förderbanken (Agencies) kaufen: Papiere der deutschen KfW, der Landeskreditbank Baden-Württemberg, der NRW-Bank, der französischen Anstalten CADES und UNEDIC sowie der spanischen Staatsbank ICO.

Reintegration der Schuldtitel in die Märkte

Die von der Notenbank erworbenen Schuldtitel sollen per Wertpapierleihe wieder in den Markt gegeben werden. Experten hatten dies erwartet. Sie sehen darin eine Vorkehrung gegen ein Austrocknen einzelner Anleihemärkte.

Anders sieht es bei Hedgefonds aus. Deren Job ist es, zu spekulieren. Für diejenigen, die auf einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone setzen, ist ein Engagement in griechischen Staatsanleihen daher quasi Pflicht. Auch mancher Beteiligungsfonds sieht weiter Chancen in griechischen Anleger. Derzeit sind etwa die Hedgefonds Adelante und Greylock Capital Management sowie der Beteiligungsfonds Japonica in griechischen Anleihen investiert.

Die Anlagevolumina dieser Gesellschaften bewegen sich freilich in kleineren Dimensionen. Auf die EZB und die Allianz folgen, was das investierte Volumen angeht, die in Boston ansässige Anlagegesellschaft Putnam Investments mit knapp 470 Millionen Euro investiertem Kapital und der französische Asset Manager Carmignac mit rund 425 Millionen Euro.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Manfred Zimmer

19.06.2015, 17:23 Uhr

Der Beitrag erinnert sehr stark an Peer Steinbrück, die SPD und die Gewerkschaften. Auf die Spekulanten schimpfen und dann mit den Heuschrecken "die" Geschäfte machen.

Für mich geht der Wahrheitsgehalt dieser Story gegen Null.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×