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19.01.2010

08:54 Uhr

Pläne der SEC

Hochfrequenz-Händler an der kurzen Leine

Die Pläne der US-Wertpapieraufsicht SEC zur Kontrolle aller an US-Börsen aufgegebenen Orders werden voraussichtlich dazu führen, dass eine Reihe von neuen Brokerhäusern entsteht. Die sogenannten Hochfrequenz-Händler, denen die SEC den unkontrollierten Zutritt zur Börse verwehren will, dürften sich in Broker-Händler umwandeln, erwarten Experten.

Die US-Wertpapieraufsicht SEC will sogenannten Hochfrequenz-Händlern den unkontrollierten Zugang zur Börse verwehren. Quelle: dpa

Die US-Wertpapieraufsicht SEC will sogenannten Hochfrequenz-Händlern den unkontrollierten Zugang zur Börse verwehren.

BLO NEW YORK. Beim Hochfrequenz-Handel werden Orders in einigen Hundert Mikrosekunden abgeschickt.Die Händler nutzen den unkontrollierten Börsenzugang über Broker, um Risikokontrollen zu vermeiden und schneller handeln zu können. Damit sind sie schneller als Broker-Händler, die ähnliche Strategien verfolgen, aber durch ihre eigenen Kontrollen müssen.

Vergangene Woche entschieden die Kommissare der SEC, Brokern zu untersagen, ihren Kunden unüberwachten Zugang zu den Aktienmärkten zu gewähren. Berechnungen der Aite Group zufolge machen solche „naked sponsored access“- Transaktionen zwei Fünftel des gesamten US-Aktienhandels aus.

Das setzt jedoch nach Ansicht der SEC-Vorsitzenden Mary Schapiro den Markt einem zu hohen Risiko aus. „Wir sind besorgt, dass fehlerhafte Order-Eingaben einen Broker-Händler oder andere Marktteilnehmer innerhalb von Minuten oder gar Sekunden plötzlich und massiv finanziell gefährden“, sagte Schapiro am vergangenen Mittwoch in einer Anhörung in Washington.

Wenn etwa unbeabsichtigte Orders an den Markt gelangten, würden die Order-Auftraggeber oder die Broker, die die Order abwickeln, gefährdet, sagte Schapiro. Zudem könne der „naked sponsored access“ Betrug und illegale Geschäfte wie nicht genehmigte Leerverkäufe verdecken, warnt die SEC. Sollten die Hochfrequenz-Händler sich aufgrund der Neuregelung in Broker umwandeln, bekämen die Aufsichtsbehörden eine bessere Kontrolle über diesen Handel.

Vor allem die großen Hochfrequenz-Händler dürften eher den Weg der Umwandlung wählen als die Verzögerungen durch eine Kontrolle ihrer Orders bei den Brokern in Kauf zu nehmen, erwartet Jamie Selway, Managing Director bei dem Handelshaus White Cap Trading. „Wenn die SEC Prüfungen für das Risikomanagement bei den Brokern verlangt, werden die Handelsfirmen einfach selbst Broker-Händler werden, erläutert Selway. „Bei den größten und erfolgreichsten Hochfrequenz-Händlern hat das schon angefangen.“

Wenn die Firmen eine Lizenz für den Handel mit Wertpapieren beantragen, müssen sie sich bei der SEC registrieren lassen. Broker-Lizenzen beantragt haben bereits Getco aus Chicago, die größte Hochfrequenz-Handelsfirma, und Tradebot Systems aus Kansas City.

Die Umwandlung zu Brokern dürfte allerdings zu Veränderungen am Markt führen. So werden sich die Kosten der Hochfrequenz- Händler erhöhen, da sie dann einem neuen Aufsichtsrecht unterliegen. „Hoffentlich erhöht das nicht die Liquiditätskosten am Markt oder legt die Messlatte für neue Marktteilnehmer zu hoch“, sagt Selway.

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