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01.02.2012

12:43 Uhr

Portugal-Anleihen

Märkte spekulieren auf den Staatsbankrott

VonAndrea Cünnen, Jörg Hackhausen

Portugal gilt als nächster Pleitekandidat. Je näher der Schuldenschnitt für Griechenland rückt, desto größer die Sorge, dass Portugal dasselbe Schicksal ereilen wird. Investoren scheinen das Land abgeschrieben zu haben.

Ein enttäuschter Cristiano Ronaldo nach Abpfiff des EM-Finals 2004. Damals zog Portugal gegen Griechenland den Kürzeren. An den Finanzmärkten bekommen beide Länder keinen Kredit mehr. picture-alliance

Ein enttäuschter Cristiano Ronaldo nach Abpfiff des EM-Finals 2004. Damals zog Portugal gegen Griechenland den Kürzeren. An den Finanzmärkten bekommen beide Länder keinen Kredit mehr.

Frankfurt, DüsseldorfEs ist ein Tropfen auf den heißen Stein: Portugal hat am Geldmarkt rund 1,5 Milliarden Euro eingesammelt, mit drei- und sechsmonatigen Papieren. Die Zinsen lagen mit gut 4,07 bzw. 4,46 Prozent etwas niedriger als bei der vorherigen Auktion, die Nachfrage war allerdings geringer. Dass die Investoren überhaupt zugegriffen haben, liegt wohl an der kurzen Laufzeit. Die nächsten drei oder sechs Monate werde Portugal schon noch schaffen, so die Meinung am Markt. Doch was danach kommt, ist ungewiss.

Wie groß das Misstrauen der Investoren ist, lässt sich an den Kursen der lang laufenden Anleihen ablesen - sie sind in den vergangenen Tagen stark unter Druck geraten. Die Kurse „spiegeln vor allem bei den länger laufenden Anleihen bereits einen möglichen Staatsbankrott Portugals wider“, meint Viola Stork, Analystin bei der Helaba.

So ist der Kurs der in knapp zehn Jahren fälligen Anleihe auf bis knapp 40 Prozent des Nennwerts von 100 Prozent gefallen, der Kurs der in zwei Jahren auslaufenden Anleihe sackte auf 80 Prozent ab. Entsprechend stiegen die sich gegenläufig zu den Kursen entwickelnden Renditen auf über 17 Prozent für die zehnjährigen und auf mehr als 20 Prozent für die zweijährigen Anleihen. Heute gingen die Renditen etwas zurück.

Dabei sind die Umsätze aber äußerst gering. „Banken berichten von Verkäufen im niedrigen einstelligen Millionenbereich, und der einzige Käufer scheint die Europäische Zentralbank zu sein, wobei auch deren Positionen begrenzt sind“, sagt Rüdiger Kerth, Fondsmanager bei Union Investment.

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