Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.07.2013

15:32 Uhr

Portugal

Renditen für Staatsanleihen sinken

Die portugiesischen Staatspapiere erholen sich leicht, die politische Perspektive scheint erst einmal gesichert. Doch die Analysten warnen: Es könnten weitere Forderungen der portugiesischen Politiker ins Haus stehen.

Viva Portugal! So ist zunächst einmal der Anschein, nun, da sich die politische Situation etwas stabilisiert. Doch auch die Überzeile transportiert ein weit verbreitetes Gefühl: „Wir werden beklaut!“ – die Regierung könnte bald neue Forderungen an die Geldgeber stellen, um ihr Volk vor weiteren Einschnitten zu bewahren und die negative Stimmung auf den Straßen zu beschwichtigen. Reuters

Viva Portugal! So ist zunächst einmal der Anschein, nun, da sich die politische Situation etwas stabilisiert. Doch auch die Überzeile transportiert ein weit verbreitetes Gefühl: „Wir werden beklaut!“ – die Regierung könnte bald neue Forderungen an die Geldgeber stellen, um ihr Volk vor weiteren Einschnitten zu bewahren und die negative Stimmung auf den Straßen zu beschwichtigen.

FrankfurtIn Portugal sind Neuwahlen erst einmal vom Tisch – und die Anleger am Rentenmarkt freut es. Die Kurse der zehnjährigen Staatspapiere des Landes zogen zu Wochenbeginn an, entsprechend fielen die Renditen auf 6,409 Prozent nach 6,922 Prozent am Freitag. Präsident Anibal Cavaco Silva entschied, dass die krisengeschüttelte Mitte-Rechts-Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2015 im Amt bleiben soll. Anleger hatten gefürchtet, dass Neuwahlen die Reformbemühungen Portugals verzögern könnten.

Analysten rechneten wegen der anhaltenden politischen Spannungen allerdings nicht mit einer großen Erholungsrally bei den Staatsanleihen. Die Opposition verlangt wegen der schweren Rezession ein Ende der Sparpolitik und will Neuverhandlungen mit den Kreditgebern über die Bedingungen des 78 Milliarden Euro schweren Rettungspaktes von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF). Krisengespräche zwischen Regierung und Opposition waren Freitagnacht gescheitert.

Ob eine notwendige Mehrheit zustande komme, falls es wieder einmal Sparmaßnahmen zu beschließen gebe, sei zweifelhaft, schrieben die Analysten der Essener Nationalbank. „Die europäischen Partner dürfen sich also auf weitere Forderungen Portugals nach Erleichterungen bei dem Sparprogramm einstellen. Nach wie vor werden sie sich jedoch schwer tun, entsprechenden Forderungen nachzugeben, weil dann andere Länder ebenfalls neue Wünsche äußern werden.“

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×