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22.03.2013

18:30 Uhr

Private Equity

Investoren ziehen sich aus Immobilienmarkt zurück

23.000 Wohnungen wollen Private-Equity-Investoren dieses Jahr alleine in Deutschland verkaufen, einige Immobiliengesellschaften wollen über den Aktienmarkt Kasse machen. Hohe Renditechancen in anderen Bereichen locken.

Private-Equity-Gesellschaften wollen sich dieses Jahr von mehr als 20.000 Wohnungen in Deutschland trennen. Die Gründe sind vielfältig. dpa

Private-Equity-Gesellschaften wollen sich dieses Jahr von mehr als 20.000 Wohnungen in Deutschland trennen. Die Gründe sind vielfältig.

BerlinBei Private-Equity-Investoren wie Blackstone und Goldman Sachs steht derzeit in Deutschland der größten Wohnimmobilienbestand seit ihrem Markteintritt 2005 zum Verkauf – ein Anzeichen, dass die Preissteigerungen ihren Höhepunkt erreicht haben.

Insgesamt wollen Investoren sich von Wohnungen und Beteiligungen an Immobiliengesellschaften im Wert von mindestens fünf Milliarden Euro trennen, wie aus Unternehmensangaben und informierten Kreisen verlautet.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

„Wir nutzen den attraktiven Markt um unser Portfolio zu bereinigen und neu zu positionieren”, sagt Olaf Claessen, Direktor Asset Management bei Round Hill Capital in London, die deutsche Wohnimmobilien im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro besitzt. „Wir sehen keinen dringende Notwendigkeit für einen Ausstieg, aber bestimmte Objekte haben an Wert gewonnen und könnten vernünftige Ausstiegs-Szenarien bieten.”

Drei Gesellschaften – Blackstone mit Sitz in New York, Lincoln Equities aus New Jersey und eine Sparte der Deutsche Bank – planen dieses Jahr den Verkauf von 23.000 Wohnungen, wie mit den Vorgängen vertraute Personen berichten. Blackstone will annähernd 8.000 Wohnungen in Berlin im Wert von 400 Millionen Euro veräußern, erklärten zwei mit den Plänen vertraute Personen im Februar.

Einige Immobiliengesellschaften wollen über den Aktienmarkt Kasse machen. Terra Firma dürfte zwischen 30 und 40 Prozent von der Deutschen Annington, dem nach Anzahl der Wohnungen größten Vermieter in Deutschland, über einen Börsengang auf den Markt bringen, erklärte Terra-Firma-Gründer Guy Hands im März in einem Interview. Innerhalb von zwei Jahren werde sich Terra Firma wahrscheinlich komplett aus der Gesellschaft zurückziehen, so Hands. Die zu Goldman gehörende Whitehall Street Real Estate erzielte im Januar mit dem Börsengang von LEG Immobilien einen Erlös von rund 1,3 Milliarden Euro.

Seit Private-Equity-Gesellschaften Anfang des vergangenen Jahrzehnts mit Investments in Deutschland begannen, hat sich der deutsche Markt für Wohnimmobilien verändert. Allerdings hatten die Investoren wie Blackstone und Goldman zunächst Schwierigkeiten, ihrem Anspruch gerecht zu werden, große Immobilienportfolios zu kaufen und dann die Mieten zu erhöhen oder die Wohnungen mit Gewinn an private Käufer zu veräußern.

Verzögerungen bei staatlichen Plänen zur Liberalisierung des Marktes und die Finanzkrise bremsten die Gewinne bis etwa 2009, als die Preise zu einer vierjährigen Aufwärtsbewegung ansetzten und die Zahl der Eigenheimbesitzer in Deutschland stieg.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

23.03.2013, 00:03 Uhr

Falsche Headline: Investoren ziehen sich aus Immobilienmarkt zurück
Richtige Headline: Zocker verkloppen Häuser um Kasse zumachen.

Da muss die Blase wohl schon sehr reif sein?!

ffranz

23.03.2013, 08:46 Uhr

Die beiden ersten Kommentare zeigen mehr als deutlich, warum ausländischen Investoren Deutschland verlassen: Bei ihrem Engagement in Deutschland konnten diese sich wohl noch nicht vorstellen, wie sehr Vermieter in Deutschland verunglimpft und ihrer Rechte beraubt werden. Dazu kommt die politische Strategie, die explodierenden Nebenkosten den Vermietern als vermeintliche Mieterhöhungen unterzuschieben und krass populistisch dann gesetzliches Vorgehen auf dem Mietmarkt anzukündigen. Jeder vernünftige Mensch, der sein Eigentum schützen will, hält sich aus dem Miet"geschäft" im Pöbeldeutschland zurück.

Immofritze

23.03.2013, 10:03 Uhr

Jetzt ist die Zeit zu verkaufen und zu mieten weil die Lemminge alle kaufen.

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