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24.07.2011

09:59 Uhr

Private Geldanlage

Wie das Ferienhaus auch finanziell Spaß macht

VonChristian Schnell

Wer sich ein Ferienhäuschen im In- oder Ausland kaufen möchte, sollte vor allem auf die Lage achten. Denn das Urlaubs-Domizil muss häufig vermietet werden - und dabei helfen Meerblick oder Bergpanorama.

Bei einem Ferienhaus ist vor allem der Ausblick entscheidend.

Bei einem Ferienhaus ist vor allem der Ausblick entscheidend.

FrankfurtDie Euphorie dauert in der Regel zwei Jahre. Dann setzt sich die Vernunft langsam durch. 71 Prozent derjenigen, die ein Ferienhaus gekauft haben, wollen es dann auch vermieten. Als es zum Notar ging, haben gerade mal die Hälfte darüber nachgedacht, wie das Internet-Portal Homeaway Fewo-Direkt in einer Umfrage herausgefunden hat.

Fallstricke beim Ferienhaus-Kauf

Preis

„Kaufen, weil es billig ist.“ Das war schon immer die falsche Strategie und bleibt es auch nach der Finanzkrise. Vor allem bei Massenware in Touristentürmen an Spaniens Küsten könnte man momentan günstig zuschlagen. Das Überangebot, das dort in den vergangenen Jahren geschaffen wurde, übersteigt aber die Nachfrage noch immer bei Weitem. Anders ist es bei der Finca im Naturschutzgebiet. Sie hat auch während der Krise ihren Preis behalten.

Steuern

Sie sind ähnlich wie die Gebühren in jedem Land unterschiedlich hoch und oftmals höher als in Deutschland. Klarheit bringen hier ortskundige Steuerberater und Immobilienmakler. Auch sollte abgeklärt werden, wie es sich im Rahmen des jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommens mit den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung verhält.

Sprache

Viele Gesetze, Vorschriften und Verordnungen finden sich auch im Internet nur in der jeweiligen Landessprache. Auch hier empfiehlt es sich, den Rat von jemandem einzuholen, der sich vor Ort auskennt.

Bilder

Prospekte versprechen in der Regel nur das Beste. Wie es mit der Verkehrsanbindung oder dem Zustand von Strom- und Wassernetz aussieht, verraten sie gewöhnlich nicht. Eine ausführliche Ortsbegehung mit einem Fachmann kann hier helfen, zumindest die größten Unwägbarkeiten auszuschließen.

Schnäppchen

Sie gibt es mittlerweile so gut wie gar nicht mehr. Das Internet hat auf dem Markt eine solche Transparenz geschaffen, dass es Schnäppchenjäger schwerhaben. Vermeintlich günstige Angebote sollten deswegen besonders kritisch begutachtet werden. Meist haben sie einen Haken. Oder einen Verkäufer, der tatsächlich dringend Bares braucht.

Neuland

Wer die ausgetretenen Pfade in Spanien, Italien oder Frankreich verlassen will und stattdessen in Ungarn, Polen oder Tschechien investieren will, sollte mit nur geringen Renditen rechnen.

Es ist nicht nur die Suche nach Rendite, die nach einiger Zeit bei Käufern von Ferienimmobilien einsetzt. Der gesamte Markt hat sich in den vergangenen Jahren geändert. War er noch vor Jahren dem gesetzteren Publikum vorbehalten, das sich im letzten Abschnitt eines arbeitsreichen Lebens etwas gönnen wollte, so sind es jetzt auch junge Familien mit höherem Einkommen, die sich zunehmend dafür interessieren.

Hinzu kommen günstige Finanzierungszinsen, Preissenkungen gerade in Ländern wie Spanien oder Griechenland sowie das latent vorhandene Streben nach krisenfesten Werten in Zeiten von Schuldenkrise und Rettungspaketen. Generell gilt: Wer regelmäßig die Wochenenden in der eigenen Ferienimmobilie verbringen will, will dafür nicht mehr als zwei bis drei Stunden anreisen. Rund die Hälfte aller künftigen Besitzer kauft deshalb im eigenen Land.

Natürlich steht die Lage an erster Stelle, wenn es um eine Ferienimmobilie geht. Hier gibt es keinen Unterschied zu gewöhnlichen Wohnimmobilien. Dieser Grundsatz gilt umso mehr, wenn zwischenzeitlich auch noch vermietet werden soll. "Wer unter Anlageaspekten kauft und auf hohe Mieteinnahmen setzt, der sollte nur an gefragten Stellen kaufen. Alles andere ist Liebhaberei", bringt es Kai Enders, Vorstand beim Immobilienmakler Engel & Völkers auf den Punkt. Das heißt konkret: in erster Reihe am Wasser oder vor dem Bergpanorama.

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