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17.02.2012

15:54 Uhr

Privatkunden

Finanzagentur sperrt 40.000 Konten

Die Finanzagentur des Bundes hat 40.000 Konten von Privatkunden gesperrt. Wegen der Ausweitung des Geldwäschegesetzes waren diese wiederholt vergeblich aufgerufen worden, beglaubigte Kopien von Dokumenten einzureichen.

Die Finanzagentur des Bundes hat Tausende Konten wegen nicht eingereichter Unterlagen gesperrt. PR

Die Finanzagentur des Bundes hat Tausende Konten wegen nicht eingereichter Unterlagen gesperrt.

FrankfurtDie Finanzagentur des Bundes hat 40.000 Konten von Privatkunden gesperrt. Die betroffenen Besitzer von Bundesschatzbriefen und anderen Bundeswertpapieren hätten auch nach dem wiederholten Aufruf der Schuldenverwalter die angeforderten Unterlagen nicht eingereicht, teilte die Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH am Freitag in Frankfurt mit.

Weil das Geldwäschegesetz Ende April 2011 auf die Finanzagentur ausgedehnt worden war, hatte diese von ihren Privatkunden beglaubigte Kopien von Dokumenten angefordert, aus denen Informationen zu Geburtsort und Staatsangehörigkeit hervorgehen.

„Die Summe der nach Abschluss von zwei Kundenanschreiben nunmehr Geldwäschegesetz-konform bei der Finanzagentur geführten Konten beträgt rund 355.000“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. 40.000 Konten seien wegen fehlender Angaben gekündigt worden.

Auf ein erstes Anschreiben hatten im August 2011 von rund 400.000 Gläubigern zunächst nur 100.000 reagiert und die Dokumente vollständig eingereicht. Die Schuldenmanager des Bundes hatten daraufhin noch einmal rund 300.000 Kunden angeschrieben.

Insgesamt hatten private Gläubiger Ende Januar 9,1 Milliarden Euro bei der Agentur angelegt, die die Schulden der Bundesrepublik verwaltet.

Sorgen um ihr Vermögen müssen sich die Besitzer der gekündigten Konten aber nicht machen: Die dort eingetragenen Bundeswertpapiere könnten bis zur Fälligkeit verwahrt oder im Rahmen der Emissionsbedingungen verkauft oder zurückgegeben werden, sagte der Sprecher. Die Konten seien gekündigt, aber nicht aufgelöst. „Der Kunde kommt jederzeit an sein Geld, kann dort aber keine neuen Wertpapiere einlagern.“ Spätestens nach Auszahlung von Zinsen und Nennwert zur Fälligkeit werde das Konto aber gelöscht.

Offiziell ist die Frist zur Einreichung der Dokumente damit abgelaufen. Wer dennoch weiterhin Interesse an der kostenfreien Kontoführung für Bundeswertpapiere hat, kann sich jederzeit legitimieren und erhält dann ein neues Konto - möglicherweise sogar mit der alten Nummer.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Wutbuerger

17.02.2012, 19:10 Uhr

Richtig so. Wer der BRD Finanzagentur GmbH Geld leiht, gehört bestraft.

glaubinet

17.02.2012, 23:29 Uhr

Staat überschuldet - zuerst werden die "eigenen" Konten geräummmmttt. Als es auf Bundesschatzbriefe noch - heute phantstische! - 8% gab, in den 1990er Jahren, da war ich Kunde bei dieser Agentur, seinerzeit: Bundesschuldenverwaltung. Auf dem standardisierten Schreibebrief stand als Verfasser ein "Herr Unglaube". Kurze Zeit später löste ich alles auf!

Goldhamster

18.02.2012, 15:15 Uhr

Mähhhhh, wer leiht denen denn Geld, mähhhhh.

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