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12.04.2013

16:56 Uhr

Rally bei Hochzinspapieren

Anleger greifen zu Junk-Anleihen

Mieses Rating? Hohes Risiko? Egal! Die weltgrößten Fondsgesellschaften gehen davon aus, dass der Run auf Hochzinsanleihen europäischer Firmen anhält. In diesem Jahr soll es Rekordzuflüsse geben – gut für die Unternehmen.

Heiß begehrt: Anleger greifen vermehrt zu Unternehmensanleihen mit hohen Zinsen, die als sogenannter „Junk“, also Müll oder Ramsch, eingestuft werden. dpa

Heiß begehrt: Anleger greifen vermehrt zu Unternehmensanleihen mit hohen Zinsen, die als sogenannter „Junk“, also Müll oder Ramsch, eingestuft werden.

LondonDie weltgrößten Fondsgesellschaften erwarten, dass der Junkbonds-Boom in Europa anhält. Die Aussicht auf weitere Zinssenkungen und das nachhaltige Interesse an Anlagen mit höheren Renditen werden die Emission von Hochzinsanleihen auf ein Rekordvolumen treiben, heißt es.

Bluebay Asset Management in London rechnet für dieses Jahr mit einem Emissionsvolumen von über 100 Milliarden Dollar (etwa 76 Milliarden Euro) bei Hochzinsanleihen von europäischen Unternehmen, was den Rekord von 2011 mit 70,5 Milliarden Dollar (etwa 54 Milliarden Euro) laut Bloomberg-Daten brechen würde. Die bonitätsschwachen Unternehmen wollen die derzeit günstigen Finanzierungskosten festschreiben.

Pacific Investment Management Co. (Pimco), Legal & General Investment Management und LNG Capital sagen ebenfalls das beste Jahr für Junkbonds-Emissionen voraus – solange sich die Staatsschuldenkrise in der Euro-Region nicht verschärft. „Wenn der Markt so vorteilhaft bleibt wie er jetzt ist und der Trend anhält, dann werden wir dieses Jahr ein Rekordvolumen bei den Emissionen sehen“, sagt Axel Potthof, Hochzins-Portfoliomanager bei Pimco in München. Es gebe noch viele Unternehmen, die sich refinanzieren müssen und dies derzeit zu sehr niedrigen Kosten tun können, da sich die Zinsen auf Rekordtiefs befinden, ergänzte er.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

In diesem Jahr haben Unternehmen – nicht eingerechnet sind diejenigen aus dem Finanzsektor – Hochzinsanleihen im Volumen von bislang 38 Milliarden Dollar in Euro, Pfund und Dollar an den Markt gebracht – so viel wie nie zuvor in diesem Zeitraum. Mit 5,6 Prozent rentieren die Papiere nahe an ihren Rekordtiefs. Und während es in den USA offenbar zu einer großen Umschichtung nach dem Motto „Raus aus Festverzinslichen, rein in Aktien“ kommt, bewegt sich das Geld in Europa in die umgekehrte Richtung.

Investoren haben in der vergangenen Woche fast 760 Millionen Euro in europäische Hochzins-Anleihefonds gepumpt – die achte Woche in Folge mit Zuflüssen, wie die Analysten um Ioannis Angelakis bei Merrill Lynch in einer Studie schrieben. Das Anlagevolumen der Fonds sei in diesem Jahr um fast sieben Milliarden Euro gestiegen, im Vergleich zu einem Plus von weniger als 800 Millionen Euro bei Aktienfonds.

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