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10.08.2015

15:57 Uhr

Rally statt Rezession

Schweizer Börse geht auf Rekordjagd

Grund zum Jubeln haben die Schweizer Anleger eigentlich nicht – die Wirtschaft ächzt unter dem starken Franken. Dennoch klettert der Leitindex SMI auf ein Allzeithoch. Die Gründe dafür sind im restlichen Europa zu suchen.

Anleger wunder sich über die Rekordjagd am Schweizer Aktienmarkt. IMAGO

Börse Schweiz

Anleger wunder sich über die Rekordjagd am Schweizer Aktienmarkt.

ZürichSchafft er es, schafft er es nicht? Der Schweizer Leit-Index SMI (Swiss Market Index) kennt kein Sommerloch. Im Gegenteil. Das Börsenbarometer ist auf Rekordjagd. Am 5. August überstieg der SMI mit 9538 Punkten kurzzeitig sein Allzeithoch vom 1. Juni 2007 von 9531 Punkten, schloss dann aber mit 9527 Zählern wieder unterhalb der Rekordmarke. In die neue Woche startet der Schweizer Leitindex kaum verändert bei 9413 Punkten. Doch die bleibt in Reichweite für neue Rekorde– es scheint nur eine Frage von Tagen zu sein, wann sie fallen.
Deutsche Anleger mögen sich da verwundert die Augen reiben. Leiden Schweizer Unternehmen nicht unter dem starken Franken? Plagt die eidgenössische Wirtschaft nicht gar Rezessionssorgen? „Große Werte sind eher exponiert gegenüber dem Dollar“, erklärt Stefan Meyer, der bei UBS im Research für Schweizer Aktien zuständig ist. So hängt zum Beispiel beim Pharma-Konzern Novartis die Geschäftsentwicklung stärker von der US-Währung als vom Schweizer Franken ab. Und der Nahrungsmittel-Riese Nestlé hat ein Großteil seines Währungsrisikos dadurch abgesichert, dass Nestlé viel lokal produziert.

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„Ein Grund für die gute Entwicklung des SMI liegt in der Index-Zusammensetzung“, fügt Jörn Spillmann an, Leiter Anlagestrategie der Zürcher Kantonalbank. „Defensive Werte wie Pharma- oder Nahrungsmittelaktien haben ein großes Gewicht.“ Novartis allein ist für 22 Prozent der Marktkapitalisierung im SMI verantwortlich. „Und gerade der Pharma-Sektor bewegt sich seit längerem in einem Aufwärtszyklus“, sagt Spillmann. So notieren Novartis derzeit bei über 100 Franken – ebenfalls nahe dem historischen Höchstkurs von 103,20 Franken, der im Juli erreicht wurde.

Die Börse hat damit den Schock vom 15. Januar schnell überwunden: Damals hatte die Schweizer Notenbank vollkommen überraschend den Mindestkurs des Franken zum Euro aufgegeben – und der Leitindex SMI war auf 7852 Punkte abgesackt.
Mittlerweile hat sich auch das Makro-Bild wieder aufgehellt: Denn beim wichtigsten Kunden der Schweizer Wirtschaft – die Unternehmen und Verbraucher in der Eurozone - laufen die Geschäfte besser. Für den Euroraum insgesamt rechnen Volkswirte mit einem Wachstum von 1,5 Prozent, damit wächst die Wirtschaft der Währungsunion schneller als in der Schweiz. Hier erwarten die Volkswirte der Schweizer Notenbank auf das Gesamtjahr ein Wachstum von einem Prozent.

Kommentare (3)

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Herr Peter Delli

10.08.2015, 16:49 Uhr

Derzeit kostet ein Euro mehr als 1,07 Franken"
Ein Franken hat mal eine Mark und Ebes gekostet. Das sagt alles über das Schrott-Geld Euro.
Da hat man gerne Aktien aus der Schweiz in Franken notiert.

Account gelöscht!

10.08.2015, 18:36 Uhr

Welche Frankenschwäche? Die paar Millimeter auf zuvor erstarkte Meter?

Die zunehmende Verbalpropaganda ohne jeden wirtschaftlichen und fundamentalen Hintergrund ist ja nicht zum Aushalten für einen (halbwegs) aufgeklärten Menschen!

Allein die zu erwartende staatliche Einmischung in China hilft nun - Shanghai treibt 5% - jeder Mutter auf die Leiter nach oben.

Das nannte man einst Hausfrauenbörse - von der Sache her ist es nun auch nicht mehr, aber fast jeder macht mit. Herrjeh, was soll denn nur aus den Märkten werden, die einmal gegeben hat?

Herr walter rehm

11.08.2015, 11:37 Uhr

Die Gründe sind die Maschinen und Programme....alles System...vollautomatisch und emotionslos....im Selbstbedienungsladen der Mächtigen

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