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28.03.2014

13:16 Uhr

„Ramsch“-Status

Moody's stuft ÖVAG auf „Ba1“ herunter

Es geht bergab mit ÖVAG: Moody's stuft das österreichische Volksbanken-Institut um einen Rang runter. Die Regierung pumpt keine weiteren Gelder in die Verlust schreibende Bank. Auch Anleger sollen vorsichtig sein.

Moody's stuft das österreichische Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG auf „Ba1“ zurück und warnt Anleger. Reuters

Moody's stuft das österreichische Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG auf „Ba1“ zurück und warnt Anleger.

WienDie Ratingagentur Moody's warnt Anleger davor, ihr Geld in Papiere des österreichischen Volksbanken-Spitzeninstituts ÖVAG zu stecken. Die Experten stuften ihre Bonitätsnote der teilstaatlichen Bank am Donnerstagabend auf „Ba1“ von zuvor „Baa3“ zurück. Das ist in der Skala der Agentur zwar nur eine Verschlechterung um einen Rang. Allerdings trägt die neue Note nun das Attribut „Non Investmentgrade“, mit dem Moody's Investoren vor Ausfällen bei einer weiteren Verschlechterung der Lage warnt.

Grund für die Rückstufung in die untere Liga sei die schwindende Bereitschaft der österreichischen Regierung, weitere Gelder in die Verluste schreibende Bank zu pumpen, erklärte Moody's. Die Wahrscheinlichkeit weiterer Staatshilfen sei jedoch nicht gleich null. Österreichs Finanzminister Michael Spindelegger hatte Mitte Januar erklärt, die Bank müsse mögliche Kapitallücken selber stopfen. „Da gibt es keinen Spielraum des öffentlichen Zuschusses“, hatte er gesagt.

EU: Keine restriktive Zinspolitik in Sicht

EU: Keine restriktive Zinspolitik in Sicht

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihre Niedrigzinspolitik vorerst fortsetzen. „2014 steht noch keine restriktive Geldpolitik auf der Agenda, sondern eher eine Konsolidierung der Bankenlandschaft“, sagt Wöhrmann.

Bankenunion wird Volatilitätstreiber

In den USA gelte sie nach mehr als 450 abgewickelten Finanzinstituten bereits als abgeschlossen. Das Schlagwort Bankenunion könne einer von vielen möglichen Volatilitätstreibern in Europa werden.

USA: Weniger Anleihekäufe

Die Fed sollte hingegen im ersten Quartal damit beginnen, die Geldpolitik wieder etwas anzuziehen. Über das so genannte Tapering werden die Notenbanker ihre Anleihekäufe zurückfahren.

Niedrigzinsgewinner: Emerging Markets

Nach einer eher volatilen Phase dürften sich dann im zweiten Halbjahr die Märkte beruhigen, wovon auch die Emerging Markets profitieren dürften. Eine Zinserhöhung in den USA dürfte erst wieder 2015 Thema werden.

Bonds: Anhaltende Renditeflaute

Die Situation an den Rentenmärkten ist nicht gerade einfach. Papiere aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Japan, dürften weiterhin nur sehr niedrige Renditen bringen, teilweise dürfte der Ertrag zwar nominal positiv, real aber negativ sein.

Nullzinsen für weitere zwei Jahre

Das Nullzinsumfeld am Geldmarkt werde noch etwa zwei Jahre anhalten. „2014 ist aktives Bonds-Management für erfolgreiches Investment auf den Anleihenmärkten wichtig“, sagte Stefan Kreuzkamp, Head Europe, Middle East and Africa Fixed Income.

Lukrativ: Anleihen aus der Peripherie

Differenzierte Investments seien 2014 von großer Bedeutung, etwa bei Unternehmensanleihen, die aufgrund ihrer Zinsaufschläge in dem Niedrigzinsumfeld gut gepuffert sind. Anleihen aus Peripherieländern böten einen Zinsaufschlag gegenüber Anleihen aus den Kernländern.

Strategie: Carry and Tightening

Carry und Tightening – also das Verdienen an einer Normalisierung der Zinsaufschläge – bleibe im Euro-Raum eine attraktive Strategie. In den Emerging Markets sei eine sehr differenzierte Analyse nötig, vor allem hinsichtlich der Länderauswahl.

Nach Einschätzung der Experten benötigt die ÖVAG mittelfristig weitere Hilfen, um ihre Verluste abzudecken und vom Staat in der Krise erhaltene Hilfen von 300 Millionen zu ersetzen. Sie gelten unter den strengeren Vorschriften der Bankenaufseher ab Ende 2017 nicht mehr als hartes Kernkapital. Die dann eventuell nötige Geldspritze könne der Volksbanken-Verbund aufbringen. Diese regionalen Volksbanken halten eine knappe Mehrheit an der ÖVAG - 43,3 Prozent stehen in Staatsbesitz.

Ein ÖVAG-Sprecher sagte am Freitag, das Institut mache Fortschritte beim Abbau seiner nicht lebensfähigen Teile. Details will die Bank kommenden Donnerstag bei der Veröffentlichung der Bilanz für 2013 bekanntgeben. Im Dezember hatte sie für das vergangene Jahr bereits einen Verlust von wohl mehr als 200 Millionen Euro für die Einzelbilanz angekündigt. Darin ist die Entwicklung wichtiger Bankteile wie etwa der Rumänien- oder der Leasing-Tochter nicht berücksichtigt.

Von

rtr

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