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22.08.2014

08:49 Uhr

Ramschanleihen

Pimco rockt die Hochzinsparty

Investoren steigen aus, Pimco steigt ein: Die Investmentgesellschaft sieht bei Ramschanleihen die große Chance. Pimco kritisiert die Konkurrenz und bedankt sich für das von ängstlichen Managern geschaffene Schnäppchen.

Bill Gross, Mitgründer von Pimco. Die Investmentgesellschaft steigt bei BB-Anleihen ein, die andere Investoren abstoßen. Reuters

Bill Gross, Mitgründer von Pimco. Die Investmentgesellschaft steigt bei BB-Anleihen ein, die andere Investoren abstoßen.

FrankfurtPacific Investment Management Co., kurz Pimco, hat sich einige der höher bewerteten Junkbonds geschnappt, die andere Investoren angesichts von Kapitalabflüssen aus den von ihnen gemanagten Fonds abgestoßen haben.

In ihrem Bemühen, Gelder für die Kapitalabzüge flüssig zu machen, hätten die Fondsmanager die falschen Anlagen verkauft, erklärte Mark Kiesel, globaler Leiter Portfoliomanagement Unternehmensanleihen bei Pimco, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Sydney. Damit hätten sie ziemlich attraktive Preisniveaus für einige Papiere mit Bonitätsnoten knapp unterhalb der Kategorie Investmentgrade geschaffen, führte er aus.

„Unserer Auffassung nach haben die Fondsmanager im Hochzinsbereich Anlagen verkauft, die sie nicht hätten verkaufen sollen“, sagte Kiesel, der auch ein stellvertretender Chief Investment Officer bei Pimco, einer Tochter der Allianz SE, ist. „Sie haben den sichersten Teil des Junk-Marktes abgestoßen, die mit „BB“ bewerteten Papiere. Wir haben uns in den vergangenen Wochen einige Rosinen herausgepickt und erworben, weil sie mit deutlichen Abschlägen auf das, was wir für den fundamentalen Wert halten, gehandelt werden.“

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

Auch aufgrund der Rekord-Kapitalabflüsse aus Junkbond-Fonds sind die Renditen auf Hochzinsanleihen aus den USA am 1. August auf durchschnittlich 6,3 Prozent gestiegen und haben damit den höchsten Stand seit annähernd sechs Monaten erreicht, wie ein Index von Bank of America Merrill Lynch zeigt. Inzwischen hat sich der Markt wieder leicht erholt, die Renditen lagen am Montag bei 5,97 Prozent.

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