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11.09.2014

16:18 Uhr

Ramschanleihen

Sicherheit wichtiger als Rendite

„Ramsch“-Anleihen bieten auch in Zeiten niedriger Zinsen hohe Renditen. Allerdings sind die Risiken mindestens ebenso hoch. Viele Anleger meiden daher diese Bonds – zulasten des Profits.

Anleihen aus diesen Euro-Ländern bergen hohe Risiken – bieten aber auch hohe Rentien. dpa

Anleihen aus diesen Euro-Ländern bergen hohe Risiken – bieten aber auch hohe Rentien.

Howard Marks von Oaktree Capital Group ist es wichtiger, kein Geld mit „Ramsch“- Anleihen zu verlieren, als die Chance auf höhere Erträge zu haben. Damit steht er nicht alleine da: Otto Normalverbraucher schlagen sich zunehmend auf seine Seite.

Investmentfonds-Anleger haben vergangene Woche wieder die Jagd nach qualitativ hochwertigen Unternehmensanleihen aufgenommen. Die Investoren steckten 1,7 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) in solche Papiere, während sie gleichzeitig Mittel aus riskanteren, höher rentierenden Schuldtiteln abzogen.

Diese Risikoaversion inmitten des sechsten Jahres eines quasi Nullzinses der Federal Reserve zeigt, wie wenig Vertrauen die Anleger haben, dass die Rekordimpulse für die Konjunktur durch die Zentralbank in ein rapide beschleunigtes Wachstum münden werden.

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

Mit anderen Worten: Sie sind Willens, Anleihen zu kaufen, die unter steigenden Zinsen stärker leiden dürften, weil sie lieber einem kreditwürdigeren Schuldner ein Darlehen gewähren als spekulativ eingestufte Anleihen mit Renditen nahe Rekordtiefs zu kaufen.

„Die Frage ist: Worum sollten wir uns heute mehr Sorgen machen, Geld zu verlieren oder eine Gelegenheit zu verpassen?“, fragte Marks, der die Investmentfirma mit Schwerpunkt auf notleidende Firmenschulden mitbegründet hat, in der vergangenen Woche in einem Gespräch mit Stephanie Ruhle und Erik Schatzker von Bloomberg Television. „Ich sehe keine so großartigen Gelegenheiten, dass ich mir Sorgen machen müsste“, diese zu verpassen, fügte er hinzu.

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