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11.08.2014

14:52 Uhr

Rating-Agentur

Erdogan-Wahl macht Investoren schlechte Laune

Erdogans Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Türkei macht die Finanzmärkte unruhig. Die Ratingagentur Fitch warnte vor risikoreichem politischen Umfeld, das auch für die Wirtschaft des Landes gefährlich sein könnte.

Die Ratingagentur Fitch sieht in der Wahl Erdogans zwar keinen Grund, das lang herabzustufen. Sie warnt dennoch vor politischen Risiken. AFP

Die Ratingagentur Fitch sieht in der Wahl Erdogans zwar keinen Grund, das lang herabzustufen. Sie warnt dennoch vor politischen Risiken.

IstanbulDie Ratingagentur Fitch sieht nach dem Gewinn der Präsidentschaftswahl durch Recip Tayyip Erdogan wirtschaftliche Gefahren für die Türkei. Das politische Umfeld bleibe im Fokus und könnte auch die Stimmung der Investoren eintrüben, erklärte Fitch am Montag. Ein Grund dafür sei das Vorhaben von Erdogan, das Amt des Präsidenten mit neuen Befugnissen auszustatten. Bislang hatte es eher repräsentative Aufgaben. Die Bonitätsnote, die mit „BBB-” gerade noch eine gute Kreditqualität signalisiert, tastete Fitch nicht an. Die Agentur warnte jedoch vor einer Herabstufung.

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Es ist nicht nur eine Personalie, sondern ein politischer Systemwechsel: Der türkische Premierminister Erdogan hat die Präsidentschaftswahl gewonnen. Er verspricht eine „neue Türkei“ – für die Gegner eine Drohung.

Die Wahl am Sonntag war die erste direkte in der Türkei, wo das Staatsoberhaupt bislang vom Parlament bestimmt wurde. Erdogan - seit elf Jahren Ministerpräsident des Landes - sicherte sich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Die Kontinuität bedeute in diesem Fall aber nicht, dass damit auch politische und soziale Unruhen aus dem Weg geräumt würden, so Fitch. Das hätten die Proteste von Regierungsgegnern im vergangenen Jahr sowie der Korruptionsskandal um Erdogan gezeigt.

Auch bliebe der Druck auf die Zentralbank des Landes hoch, die Zinsen zu senken. Sollte die Notenbank den Forderungen Erdogans nachgeben, könnte dies die ohnehin dürftige Glaubwürdigkeit der Währungshüter weiter belasten. Zudem liefe die Türkei Gefahr, sehr schnell in Mitleidenschaft von Stimmungsänderungen bei Investoren gezogen zu werden.

Die Notenbank des Schwellenlandes hatte sich Ende Januar mit einer kräftigen geldpolitischen Straffung gegen den Kursverfall der heimischen Währung Lira gestemmt. Sie hob den Leitzins damals auf 10,0 von 4,5 Prozent an. Seither hat sie ihn in mehreren Schritten auf nun 8,25 Prozent gesenkt. Mit 9,32 Prozent liegt die Inflationsrate derzeit weit höher, als den Notenbankern lieb sein kann.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Ismail

11.08.2014, 17:45 Uhr

Und was genau ist nun das Risiko, da das derzeitige Rating der Türkei gefährdet? Ist es einfach nur weil er islamisch-konservativ regiert und damit als "weiterer böser" Moslem betrachtet wird?

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