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18.10.2011

10:15 Uhr

Rating-Agentur

Frankreich gerät ins Visier von Moody's

Weiterhin Alarmstimmung für Frankreich. Die Rating-Agentur Moody's sieht eine nachlassende Finanzkraft des Landes. In einem neuen Kreditbericht stellt Moody's zusammen, welche Reformen notwendig wären.

Moody's prüft die Kreditwürdigkeit Frankreichs dapd

Moody's prüft die Kreditwürdigkeit Frankreichs

New York Die französische Regierung muss nach Einschätzung der Rating-Agentur Moody's mit Reformen die Kreditwürdigkeit des Landes sichern. In ihrem jährlichen Kreditbericht über das Land erläuterte die Agentur, sowohl wirtschaftliche als auch fiskale Reformen seien entscheidend, damit die Top-Bonitätsnote „Aaa“ auch weiterhin mit einem stabilen Ausblick versehen werden könne.

Die Finanzstärke des Landes habe wegen der Belastungen durch die Finanzkrise nachgelassen. Deshalb will Moody's den stabilen Ausblick für die Bonitätsnote in den kommenden drei Monaten erneut auf den Prüfstand stellen.

Schon jetzt sei die Schuldensituation in Frankreich gravierender als in den meisten anderen mit „Aaa“ benoteten Ländern, warnte die Agentur. Zudem könnten im Zuge der Schuldenkrise weitere Belastungen auf die Staatskasse zukommen - etwa im Falle weiterer Hilfen für Länder oder die Banken.

Frankreichs Finanzminister Francois Baroin erklärte in einer ersten Reaktion im TV-Sender France 2, die Spitzenbonität seines Landes sei nicht in Gefahr, weil Frankreich bei der Verabschiedung von Maßnahmen zum Defizitabbau sogar noch dem Zeitplan voraus sei. Er räumte allerdings ein, dass die Wachstumsprognose für das kommende Jahr zu hoch gegriffen sein dürfte. Die angestrebten 1,75 Prozent seien angesichts der schwachen Wirtschaftsaussichten „wahrscheinlich zu hoch“. Eine Anpassung der Prognose sei deswegen zu einem späteren Zeitpunkt nötig.

An den Finanzmärkten zeigte die Ankündigung von Moody's Wirkung. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen stieg um vier Basispunkte auf 3,08 Prozent. Der Risikoaufschlag zu vergleichbaren deutschen Papieren, deren Rendite sechs Basispunkte nachgab, erreichte mit 105 Basispunkten den höchsten Wert seit 16 Jahren. Auch die Kosten für die Kreditausfallversicherung des Landes (CDS) legten zu.

Die Unsicherheit über die Finanzstabilität einiger europäischer Länder machte sich auch an den zehnjährigen italienischen und spanischen Anleihen bemerkbar. Die Risikoaufschläge zu den deutschen Papieren stiegen um zwölf beziehungsweise elf Basispunkte. Bei zehnjährigen belgischen Anleihen kletterten die Aufschläge auf den höchsten Stand seit mindestens 2006.

Von

rtr

Kommentare (12)

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Pleitepleiterampleitesten

18.10.2011, 06:21 Uhr

Weder Frankreich noch Italien oder Deutschland könnten ihre jeweiligen Schulden je zurück zahlen, nur durch neue Anleihen könne die fällige Anleihen zurück gezahlt werden. Nur weil der Anleger die neue Anleihen kauft, sind diese Länder, wie die meisten übrigens auch, noch nicht „Pleite“.
In keinem Fall wäre es diesen Länder möglich die ganze Schulden abzubauen. Wenn aber die Verschuldung im Verhältnis zum BIP beurteilt wird, besteht immer die Gefahr dass dieser BIP sinkt und dass so, ohne dass die nominale Verschuldung zu nimmt, die relative Verschuldung zunimmt.
In Wahrheit sind sie alle 3 Länder Pleite, nur das eine etwas mehr als das andere.

Entschuldbarunentschuldbar

18.10.2011, 06:27 Uhr

Wie kann es sein dass ein Land wie Deutschland, mit einem permanente Leistungsbilanzüberschuss von circa 14 Milliarden in Monat, soviel Schulden hat.
Leben wir auch über unsere Verhältnisse?
Und nicht nur dass, wir leben auch über unsere Bedürfnisse, also absolut unentschuldbar, was nicht der Fall bei manchen überschuldete Ländern ist, daher bei diesen noch entschuldbar.

HartzIVer

18.10.2011, 06:38 Uhr

Nicht jeder Deutsche lebt über seine Bedürfnisse, auch wenn wir in Deutschland noch Anspruch auf Hartz IV und Grundsicherung haben, was z.Bsp. in Italien nicht gibt, leben wir noch lange damit nicht über unsere Bedürfnisse.
Das trifft auf Deutschland als ganz schon zu, aber nicht auf den einzelnen Deutscher.

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