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31.05.2011

08:38 Uhr

Rating-Drohung

Auch Moody's geht auf Distanz zu Japan

Neuer Gegenwind für die japanische Regierung: Nach S&P und Fitch droht jetzt auch Moody's mit einer Rating-Herabstufung. Premierminister Naoto Kan gerät immer tiefer in die Schuldenfalle.

Japans Ministerpräsident Naoto Kan. Quelle: Reuters

Japans Ministerpräsident Naoto Kan.

TokioAls letzte der drei großen Ratingagenturen droht nun auch Moody's Japan mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Die Experten setzten das Land auf die Beobachtungsliste für eine mögliche Senkung der Bonitätsnote, wie Moody's am Dienstag mitteilte. Als Grund nannte die Agentur schwächelnde Wirtschaftsaussichten und fehlende Gegensteuerung der Politik. Für die Regierung werde es zunehmend schwerer, eine glaubwürdige Schuldenreduktion zu erreichen.

Zuvor hatte Ende April bereits S&P wegen der hohen Kosten für Beben, Tsunami und Atomkatastrophe den Ausblick für Japan auf negativ gesenkt. Fitch folgte und senkte seinen Ausblick für Japan erst am vergangenen Freitag auf negativ. Bisher bewertet Moody's Japan mit der dritthöchsten Note "Aa2" und damit eine Note besser als S&P und Fitch.

Sollten die Agenturen Japan tatsächlich herabstufuen, würde das die Refinanzierung des Landes am Kapitalmarkt verteuern. Für Japans Premierminister Naoto Kan würde das die Finanzierung des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben und den langfristigen Schuldenabbau weiter erschweren.

Schätzungen der OECD zufolge wird die japanische Schuldenquote im kommenden Jahr auf 219 Prozent des Bruttoinlandprodukts steigen. Das ist der schlechteste Wert aller Industrieländer. Zum Vergleich: Die USA kommen nach offiziellen Angaben auf eine Schuldenquote von rund 100 Prozent, Deutschlands Gesamtschulden entsprechen zurzeit rund 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

 

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