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27.05.2011

12:54 Uhr

Rating

Fitch senkt Ausblick für Japan

Nach der Ratingagentur S&P hat auch Fitch Japan einen Warnschuss versetzt. Die Experten senkten den Ausblick für die künftige Bewertung der japanischen Staatsanleihen am Freitag auf negativ.

Schriftzug von Fitch Ratings in New York. Quelle: dpa

Schriftzug von Fitch Ratings in New York.

New YorkDie Experten senkten den Ausblick für die künftige Bewertung der japanischen Staatsanleihen am Freitag auf „negativ“ von zuvor „stabil“. Dabei verwies Fitch vor allem auf die noch unwägbaren Kosten für den Wiederaufbau nach dem Jahrhundertbeben im März und die Sanierung des havarierten Atomkraftwerks in Fukushima. Daraus dürften sich erhebliche Belastungen für die ohnehin klammen öffentlichen Kassen der drittgrößten Volkswirtschaft ergeben.

Im April hatte die US-Ratingagentur Standard+Poor's ihren langfristigen Ausblick für Japan gesenkt und damit eine weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes in Aussicht gestellt. Berechnungen von S+P zufolge kommen auf Japan nach dem verheerenden Erdbeben, dem Tsunami und der Atomkatastrophe gewaltige Wiederaufbaukosten von bis zu 50 Billionen Yen (über 400 Milliarden Euro) zu. Vor dem Unglück am 11. März hatte S+P das Rating Japans bereits wegen seiner hohen Verschuldung und fehlender Reformen herabgestuft.

Japans Kreditwürdigkeit stehe wegen der steigenden Staatsverschuldung unter Druck, erklärte Fitch. Auch müsse das Land wegen der Alterung der Gesellschaft einen strengeren Konsolidierungskurs einschlagen.

Bei einer schlechter bewerteten Kreditwürdigkeit müssen Länder mehr Zinsen für ihre Kredite zahlen. Japans immenser Schuldenberg droht wegen der Kosten für den Wiederaufbau durch das Erdbeben und den Tsunami, die 24.000 Menschen töteten und die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren auslösten, noch weiter in die Höhe zu schießen. Trotz der Probleme zeichnet sich zwischen Regierung und Opposition keine Lösung im Streit über den weiteren finanzpolitischen Kurs ab.

Fitch warnte, Japans öffentliche Schuldenlast steige so rapide an, dass die Geschwindigkeit nur noch von Irland und Island übertroffen werde. Und diese beiden Staaten „haben systemische Bankenkrisen durchgemacht“.

Die drohende Herabstufung setzte die japanische Währung unter Druck. Der Dollar übersprang die Marke von 81 Yen. Der Euro legte ebenfalls zu und verteuerte sich auf 115,25 Yen.

Experten gaben sich dennoch gelassen. Der Schritt sei nicht überraschend, sagte Katsuyuki Tokushima vom Tokioter NLI Research Institute. „Er scheint eher spät zu kommen angesichts der düsteren politischen Lage in Japan.“ Es sei unwahrscheinlich, dass die Maßnahme von Fitch sich auf die Anleihen- und Kreditmärkte auswirke.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Ratings

27.05.2011, 11:31 Uhr

wer senkt mal S&P,Moodys und Fitch....am besten im Pazifischen Ozean VERsenken,samt MitaRBEITERN....man kennt doch deren "Ahnung" anhand Finanzkrise,Dotcom Blase etc....Ahnung?nicht vorhanden

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