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20.12.2013

09:43 Uhr

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S&P entzieht der EU die Spitzennote

Irland hat den Rettungsschirm verlassen, Italien ist Berlusconi los, Deutschland erhöht die Renten – all das klingt, als sei die Euro-Krise bald vorbei. S&P sieht das anders und senkt das Langfrist-Rating der EU.

Eine Euromünze in einer Wasserlache: Das Langfrist-Rating von S&P wird auf „AA+“ von „AAA“ gesenkt, teilte die US-Ratingagentur S&P mit. dpa

Eine Euromünze in einer Wasserlache: Das Langfrist-Rating von S&P wird auf „AA+“ von „AAA“ gesenkt, teilte die US-Ratingagentur S&P mit.

SydneyStandard & Poor's entzieht der Europäischen Union ihre Spitzenbewertung. Das Langfrist-Rating werde auf „AA+“ von „AAA“ gesenkt, teilte die US-Ratingagentur am Freitag mit. „Unserer Meinung nach hat die Kreditwürdigkeit der jetzt 28 EU-Mitgliedstaaten insgesamt abgenommen.“

Als Grund für die schlechtere Note nannte S&P Spannungen bei den Verhandlungen über den EU-Haushalt. Diese signalisierten steigende Risiken, dass die EU in einigen Mitgliedstaaten an Rückhalt verlieren könnte. Der Entscheidung vorausgegangen war in den vergangenen Monaten außerdem eine Herabstufung der Ratings von Frankreich, Italien, Spanien, Malta, Slowenien, Zypern und den Niederlanden.

Ein paar Staaten hätten die Verabschiedung des Budgets zumindest zeitweise blockiert, erklärte S&P. "Wir halten es für möglich, dass die Verhandlungen vorzeitig wieder aufgenommen werden müssen", schrieben die Fachleute. Die EU hatte sich im Sommer nach monatelangem Streit auf einen Finanzrahmen bis 2020 geeinigt.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Da der Ausblick stabil sei, steht aber erst einmal keine weitere Überprüfung der Bonität an. Die EU darf keine Abgaben und Steuern erheben und wird daher größtenteils von ihren Mitgliedsstaaten finanziert. Einige Programme wie die Europäische Atomgemeinschaft laufen aber über Kredite des Staatenverbunds.

Die EU kann auf eigene Rechnung Kredite am Markt aufnehmen, gehört aber zu den kleinen Spielern am Anleihemarkt. Derzeit sind nach S&P-Berechnungen Anleihen im Volumen von 56 Milliarden Euro in Umlauf. Das Geld wurde überwiegend für Irland und Portugal benötigt.

Auf den Devisenmarkt wirkte die Aktion kaum. Es scheine ein kurzfristiger Negativ-Faktor für den Euro gewesen zu sein, reagierte Callum Henderson, Leiter Devisenanalyse weltweit bei Standard Chartered Plc in Singapur. Die Zeiten, in denen Ratingsenkungen einen nachhaltigen Effekt auf Wechselkurse hatten, würden wohl der Vergangenheit angehören.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

20.12.2013, 09:51 Uhr

Wie war das doch gleich. Die Eurokrise ist vorbei?
Bin mal gespannt, wann es die restlichen AAA Staaten erwischt.

Account gelöscht!

20.12.2013, 10:00 Uhr

...ist ja wieder ein Lacher ! Sollte nur ein Staat fallen (z.B. Italien), dann fällt die EU auf Ramschniveau. Diese Bewertungen sind doch total überflüssig !

Freidenker

20.12.2013, 10:00 Uhr

Richtig so!! Ausser das eine große Mehrheit der AN Klasse total verarmt ist, hat sich NICHTS GEBESSERT!!

Europa ist mittlerweile faschistoid, rassistisch eh!! Und zwar von den Eliten zu ihren eigenen Völkern!!

Die Finanzkrise bekommt die Politik auch nicht in den Griff. Erst schafft die Politik die Voraussetzungen damit es crasht und dann tritt sie und die Oberschicht massiv nach unten. Und der Deutsche Michel schaut einfach tatenlos zu!! Gleichschaltung der Massen hatte schon mal in den EXTREMEN FASCHISMUS GEFÜHRT. Zumal in D der Vertriebenenverband wieder so richtig hochleben kann. Vertrieben von was eigentlich?? Ach ja...vom Besitz andere Länder, gell...erst machen die Deutschen Krieg und verbreiten Mord, Elend und verbrannte Erde. Dann dürfen sich in Deutschland die Vertriebenen auch noch so richtig austoben. Mir wird schlecht von der Deutschen Arroganz. Ich hoffe Putin weiß das und vergisst nicht, was die Deutschen den Russen angetan haben!!

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