Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.07.2014

23:25 Uhr

Ratingagentur

Deutschland behält Bestnote bei Fitch

Deutschland behält die Bestnote „AAA“ bei der Ratingagentur Fitch, da das Verhältnis von Staatsschulden zu Bruttoinlandsprodukt zurückgehe. Auch Moody's und Standard & Poor's sehen die Bundesrepublik weiterhin stabil.

Die Ratingagentur Fitch bewertet Deutschland weiterhin mit der Bestnote „AAA“. dpa

Die Ratingagentur Fitch bewertet Deutschland weiterhin mit der Bestnote „AAA“.

Frankfurt/LondonDeutschland hat bei der Ratingagentur Fitch wie erwartet seine Bestnote behalten. Die Kreditwürdigkeit der größten europäischen Volkswirtschaft werde weiter mit „AAA“ bewertet, teilte Fitch am Freitag in London mit. Den Ausblick beließ die Agentur bei „Stabil“, damit droht Deutschland vorerst keine Herabstufung. Auch die beiden anderen großen Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's geben Deutschland die Bestnote

In Deutschland bilde sich das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt im Gegensatz zu den anderen ebenfalls mit „AAA“ eingestuften Ländern der Eurozone bereits zurück, hieß es in der Mitteilung weiter. Fitch bestätigte in einer weiteren Mitteilung die Einstufung von Luxemburg mit der Bestnote, auch hier blieb der Ausblick bei „Stabil“.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

Die deutsche Wirtschaft war im vergangenen Jahr mit 0,4 Prozent nur leicht gewachsen. Zu Beginn des Jahres hatte sich die Bundesrepublik dann zur Konjunkturlokomotive der Eurozone entwickelt. Während die Wirtschaft im ersten Quartal noch um 0,8 Prozent gewachsen war, gab es zuletzt aber immer mehr Hinweise, dass die Konjunktur im zweiten Quartal an Schwung verloren hat.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Kock

21.07.2014, 13:02 Uhr

Wofür die BESTNOTE ? Für Staatsschulden in Höhe von 6,5 Billionen Euro mit 1450 Jahren Tilgungszeit ? Oder weil unsere Pro-Kopfverschuldung doppelt so hoch ist wie die der Griechen ? Ganz schön bescheuert !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×