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12.12.2011

09:36 Uhr

Ratingagentur

Moody's gehen EU-Beschlüsse nicht weit genug

Der Ratingagentur Moody's gehen die EU-Beschlüsse nicht weit genug. Der Zusammenhalt der Euro-Zone sei weiterhin gefährdet. EU und Euro-Zone seien nach wie vor anfällig gegen externe Schocks.

Logo der Ratingagentur Moody's in New York. dapd

Logo der Ratingagentur Moody's in New York.

Frankfurt/ParisTrotz der weitreichenden Beschlüsse zur Haushaltskontrolle hat die Ratingagentur Moody's ihre Warnung an die EU-Staaten bekräftigt. Die Kreditwürdigkeit aller EU-Staaten werde im ersten Quartal 2012 einer genauen Prüfung unterzogen, teilte die Agentur am frühen Montagmorgen mit. „An unserer Ansicht, dass der Zusammenhalt in der Euro-Zone gefährdet ist, hat sich nichts geändert.“ Moody's hält damit an der Warnung von November fest.

Die Beschlüsse des jüngsten EU-Krisengipfels von Ende vergangener Woche gehen der Agentur nicht weit genug. Vor allem kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der angespannten Kreditmärkte fehlten. Die Eurozone und die gesamte EU stünden weiter unter Druck. Darüber hinaus zeigt sich die Ratingagentur auch von den konkreten Beschlüssen der europäischen Staats- und Regierungschefs nicht überzeugt.

Nur wenige der angekündigten Krisenmaßnahmen seien neu, vieles ähnele früheren Ankündigungen. Ungeachtet der Beschlüsse habe die europäische Schuldenkrise eine kritische Phase erreicht: Die Kreditmärkte für Banken und Staaten seien nach wie vor anfällig gegen Schocks. Selbst unter der Annahme, dass es in der Eurozone zu keinen weiteren Solvenzproblemen auf staatlicher Ebene komme, seien Bonitätsabstufungen in den kommenden Monaten möglich. Je länger die zögerliche Reaktion der Politik auf die Krise anhalte, desto größer werde das Risiko ungünstiger Entwicklungen mit möglichen Staatspleiten, heißt es bei Moody's.

Die US-Ratingagentur hatte bereits im November vor einem Zerfall der Eurozone gewarnt. Seinerzeit nannte sie nicht zuletzt politische Unsicherheiten in Griechenland und Italien als Risiken. Nach der Bildung neuer Regierungen besserte sich die Lage dort zuletzt wieder etwas. Darüber hinaus sieht Moody's trübe Wachstumsaussichten für den Euroraum, was die Staatshaushalte zusätzliche belasten würde.

Die Mitglieder der EU hatten sich mit Ausnahme Großbritanniens auf dem Gipfel auf eine stärkere wirtschaftliche Integration und strengere Haushaltsdisziplin geeinigt. Vor einer Woche hatte Moody's Konkurrent Standard & Poor's Deutschland und 14 weiteren Euro-Staaten mit einer Herabstufung gedroht. Eine Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet.

Kommentare (6)

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mono

12.12.2011, 09:12 Uhr

Die Amerikaner müssen und werden Alles tun um die Eurozone zu destabilisieren.

Sollte der Euro zu einer harten Währung werden, ist das Inflationsmodell der US Federal Reserve Bank in seiner Existenz gefährdet. Gäbe es in der realen Welt einen Vergleich zum anglo-amerikanischen Inflationsmodell, würde dieses System in seiner ganzen sozialen Nutzlosigkeit plötzlich für alle offen ersichtlich.

Die versteckte Vorteilnahme einer kleinen Klientel an der Spitze der Pyramide wäre nicht mehr möglich.
Plötzlich gäbe es wieder einen freien Markt und das müssen die Amerikaner um jeden Preis verhindern.

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12.12.2011, 09:18 Uhr

Wer kann ihnen verübeln das sie bei ihrer Meinung bleiben.

Alles was dieser Gipfel gebracht hat sind Absichtserklärungen im MÄRZ nächsten Jahres einen Vertrag zu unterzeichnen.
Bis dahin sind noch alle ungebunden und können Schulden machen und haushalten wie sie wollen. Mal ganz davon abgesehen das der Vertrag noch längst nicht unter Dach und Fach ist und selbst wenn er es ist dauert es Jahre bis er was bringen würde.

Und zu guter Letzt muss mann sich immer vor Augen führen das Europäische Verträge das Papier nicht wert sind auf dem sie stehen.

mono

12.12.2011, 09:37 Uhr

@Klapperklaus,
man kann alles in Grund und Boden reden. Der Versuch den Euro zu einer harten Währung zu machen ist gut und richtig. Dass das keine Butterfahrt wird ist klar, aber soll man es nicht tun, nur weil es Probleme geben könnte?
Was ist die Alternative? Inflationieren wie die USA, die eigene Bevölkerung klammheimlich immer weiter enteignen und im Prinzip in Geiselhaft zu nehmen?
Der soziale Frieden und Zusammenhalt in der amerikanischen Gesellschaft wird, auf dem Altar des Wohlstands für einige Wenige, geopfert.

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