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05.04.2014

00:18 Uhr

Ratingagentur Moody's

Kreditwürdigkeit der Ukraine weiter herabgestuft

Die politische Krise der Ukraine macht sich auch auf die Bonitätsnote des Landes bemerkbar. Die Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit weiter herab, der Ausblick sei negativ.

Die Kreditwürdigkeit der Ukraine geht weiter bergab: Die US-Ratingagentur Moody's senkte die Note von Caa2 auf Caa3. dpa

Die Kreditwürdigkeit der Ukraine geht weiter bergab: Die US-Ratingagentur Moody's senkte die Note von Caa2 auf Caa3.

WashingtonDie US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit der Ukraine weiter herabgestuft. Moody's senkte die Note von "Caa2" auf Caa3". Hintergrund sei die "Eskalation" der politischen Krise in dem Land, teilte die Agentur am Freitag mit. Die Bonitätsnote des Landes rutscht damit um eine Stufe tiefer in den spekulativen Bereich.

Eine weitere Absenkung sei mittelfristig nicht auszuschließen, hieß es in der Mitteilung. Moody's hatte die Kreditwürdigkeit der Ukraine bereits Ende Januar herabgestuft.

Das Risiko politischer Spannungen vor der Wahl im Mai sei weiterhin hoch, teilte die Ratingagentur mit. Eine weitere Destabilisierung des Landes im Osten und im Süden sei nicht auszuschließen.

Die Finanzhilfen für die Ukraine

Wer zahlt wie viel?

Die von einer Staatspleite bedrohte Ukraine hat sich mit dem Internationalen Währungsfonds auf ein Hilfsprogramm von 14 bis 18 Milliarden Dollar geeinigt. Die Vereinbarung mit dem IWF ist Voraussetzung dafür, dass auch aus anderen Quellen Geld ins Land fließt, um den Staatshaushalt zu stabilisieren. Dem IWF zufolge liegt der Gesamtbetrag der Hilfen damit in den kommenden zwei Jahren bei 27 Milliarden Dollar. Die Europäische Union hatte Hilfe im Volumen von elf Milliarden Euro an eine Vereinbarung der Übergangsregierung mit dem IWF geknüpft.

Wie sehen die EU-Hilfen aus?

Die Hilfen der EU stützen sich nach einer Übersicht des Bundesfinanzministeriums auf drei Eckpfeiler...

1. Eckpfeiler: Darlehen der EU

Neben einer bereits unabhängig von der aktuellen Krise beschlossenen Finanzhilfe von 610 Millionen Euro will die EU-Kommission ein weiteres Darlehen von einer Milliarde Euro bereitstellen.

2. Eckpfeiler: Entwicklungshilfe

Hinzu kommen soll Entwicklungsunterstützung in Höhe von insgesamt 1,6 Milliarden Euro bis 2020.

3. Eckpfeiler: Weitere Darlehen

Zudem sollen Darlehen der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung fließen. Diese sollen eine Gesamtsumme von rund acht Milliarden Euro haben.

Was zahlen weitere Staaten?

Weitere finanzielle Unterstützung soll aus den USA kommen, wo Kreditgarantien in Höhe von einer Milliarde Dollar geplant sind. Auch Japan hatte einen Beitrag angekündigt. Direkte – also bilaterale – Zahlungen aus dem deutschen Bundeshaushalt sind nicht geplant. Die Bundesregierung sitzt aber indirekt über den IWF und über die EU finanziell mit im Boot.

Die Ukraine steht auch wegen der Streichung sämtlicher Gasrabatte durch den Hauptlieferanten Russland unter Druck. Wegen des Konflikts um die Krim-Halbinsel und fortdauernden politischen Spannungen mit Kiew erhöhte Moskau den Preis für Gaslieferungen an die Ukraine binnen drei Tagen um 80 Prozent.

Von

afp

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