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30.11.2011

23:42 Uhr

Reaktion auf Eingriff

Die Wall Street feiert die Geldflut der Notenbanken

Mit einem Kursfeuerwerk haben die Märkte auf die gemeinsamen Aktionen der Notenbanken reagiert. Diese wollen die Banken mit frischem Geld stützen. Damit haben sie den Politikern eine Atempause verschafft.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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New YorkDie wichtigsten Zentralbanken der Welt haben heute mit einer Welle von Aktionen die internationalen Aktienmärkten in Euphorie versetzt. Die Börsen in Europa reagierten mit einem kräftigen Kursanstieg. Auch der Dow Jones übersprang mit einem Plus von 4,2 Prozent die 12.000-Punkte-Marke und schloss bei 12.045 Punkten.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise gingen die wichtigsten Notenbanken der Welt überraschend in die Offensive. Wie in den schlimmsten Tagen der Finanzkrise stellen sie den Banken in einer koordinierten Aktion mehr Geld zur Verfügung. Damit sollten die Spannungen an den Märkten abgebaut und die Realwirtschaft unterstützt werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch. Fast gleichzeitig lockerte auch die chinesische Notenbank unerwartet ihre Geldpolitik und dämpfte so die Sorgen vor einer globalen Rezession.

An den von der Krise zuletzt stark gebeutelten Aktienmärkten lösten die Aktionen ein Kursfeuerwerk aus: In Frankfurt kletterte der Dax um fünf Prozent und schloss erstmals seit Mitte November wieder über der Marke von 6000 Punkten. Auch die New Yorker Wall Street legte deutlich zu. Händler werteten die Schritte als positiv. „Ich sehe die Weltwirtschaft nicht in eine Rezession abgleiten“, sagte Peter Cardillo von Rockwell Gobal Capital in New York. „Ich denke, dass die heutige Liquiditätsspritze der Zentralbanken die weltweite Konjunktur stützt.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 4,2 Prozent höher bei 12.045 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte der Leitindex zwischen 11.559 und 12.045 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 4,3 Prozent auf 1246 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 4,2 Prozent auf 2620 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von fünf Prozent bei der Marke von 6088 Punkten aus dem Handel.

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Zu den größten Profiteuren der Aktion der Notenbanken gehörten die Finanz- und Rohstofftitel. Die Papiere der Bank of America gewannen 7,3 Prozent, die von Citigroup 8,9 Prozent und die von JPMorgan Chase 8,4 Prozent. Der S&P-Rohstoffindex legte 5,9 Prozent zu.

Die Aktie von der American-Airlines-Mutter AMR erholte sich nach dem gestrigen Kurssturz von über 80 Prozent etwas. Die Fluggesellschaft habe genug Mittel, um trotz des beantragten Gläubigerschutzes weiter im Geschäft zu bleiben, sagte Branchenexperte Ray Neidl von Maxim Group. Auch eine Übernahme durch den Rivalen U.S. Airways hält Neidl für möglich. Das AMR-Papier verteuerte sich um 23 Prozent.

Kommentare (9)

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MCS

30.11.2011, 23:35 Uhr

Als Musiker in einem Opernorchester weiß ich nur zu gut was dabei herauskommt wenn man dem angeschlagenen Tenor vor der Premiere eine Spritze verpasst: Er steht den Abend doch nicht durch.
Und das spürt man vorher,beim Beginn der Vorstellung, das Vertrauen ist weg, ganz weg.
Glaubt man denn mit einer großen Geldspritze die Märkte und Anleger wirklich beruhigen zu können? Für einen oder zwei Akte (Tage/Wochen)wird es reichen- aber,denn, wenn es wirklich gilt,im entscheidenden Moment, geht nichts mehr. Gar nichts. Da hilft auch kein betretenes Räuspern. Die Luft ist raus, das Vertrauen im Eimer. Der Abend gelaufen MCS

wilfried

30.11.2011, 23:44 Uhr

Alles wird gut,die kleinen Leute bezahlen weiter,schön

presto

01.12.2011, 00:01 Uhr

Da haben Sie Recht: Presto, presto, presto und dann medial auch fortissimo benötigt viel Energie und Puste - die ist irgendwann total aus. Die ganzen Zinserhöhungen um ...ein Viertel...wie Vierteltakte oder -senkungen... sie schüren nicht einmal mehr Hoffnung, des Menschen wichtigstes Überlebensreservoir.

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