Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2012

06:22 Uhr

Reaktion auf S&P

Börsen Asiens starten mit Abschlägen in die Woche

Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs und acht anderer Euro-Länder durch die Ratingagentur Standard & Poor's zeigt erste Reaktionen an den Börsen Asiens. Der Handel beginnt mit herben Verlusten.

Börse in Tokio: Der Nikkei leidet heute spürbar. AFP

Börse in Tokio: Der Nikkei leidet heute spürbar.

Sydney/Wellington/TokioDie Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs und acht anderer Euro-Länder durch die Ratingagentur Standard & Poor's führt an den Börsen Asiens zu deutlichen Verlusten. Der befürchtete Einbruch bleibt aber aus.

Nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs und acht anderer Euro-Länder durch die Ratingagentur Standard & Poor's sind die Börsen in Tokio sowie Australien und Neuseeland mit Abschlägen in die Woche gestartet.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index purzelte an der Tokioter Börse fiel bis eine Stunde vor Handelsschluss um 1,5 Prozent auf 8.368 Punkte. Der befürchtete Kurssturz blieb damit aber aus. An anderen asiatischen Handelsplätzen waren ähnlich hohe Verluste zu beobachten.

Der befürchtete Kurssturz blieb damit aber zunächst aus. Die Börsen in Fernost vollzogen in weiten Teilen auch noch die Entwicklung der europäischen und amerikanischen Börsen am Freitag nach. Der deutsche Aktienindex hatte am Freitag 0,6 Prozent auf 6.143 Zähler nachgegeben, der Dow Jones Index an der Wall Street war um 0,4 Prozent gefallen.

Die Ratingagentur S&P hatte sich am Freitag vor allem enttäuscht von den Ergebnissen des EU-Gipfels Anfang Dezember zur Euro-Krise gezeigt. Schlechtere Ratings erhielten neben Frankreich und Österreich auch Italien, Spanien, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern.

Fußgänger vor einer Anzeigetafel mit Börsenkursen in Tokio dpa

Fußgänger vor einer Anzeigetafel mit Börsenkursen in Tokio

Auch wenn der Schritt nicht überraschend gekommen sei, führe er die Probleme noch einmal deutlich vor Augen, hieß es an der Börse. Zusätzlich belaste der Stillstand bei den Verhandlungen über einen Forderungsverzicht privater Gläubiger in Griechenland die Stimmung. „Es ist unrealistisch, dass Europa bei der Lösung der Schuldenproblematik Fortschritte macht, ohne dass es immer wieder zu Rückschlägen kommt“, sagte Prasad Patkar, Fondsmanager bei Platypus Asset Management Ltd. in Sydney.

Zu den größten Verlierern zählten in Tokio die Hersteller exportorientierter Produkte. Gegen den Trend zulegen konnten Aktien von Unternehmen aus der Bauindustrie, die von Wiederaufbauprogrammen in Japan profitierten.

In Sydney verlor der ASX 200 1,2 Prozent, in Hongkong rutschte der Hang-Seng-Index knapp ein Prozent ab, der südkoreanische Kospi verlor 1,4 Prozent. Auch an den chinesischen Festlandbörsen in Schanghai und Shenzhen rutschten die Kurse ab, der CSI-300-Index hielt sich mit einem Minus von 0,5 Prozent aber noch vergleichsweise gut. Das gleich galt für den Leitindex der Börse Taiwan. Der Wiederwahl des china-freundlichen Präsidenten Ma Ying-Jeou bremste die Verkäufe hier etwas.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Machiavelli

16.01.2012, 07:26 Uhr

In den drei Jahrzehnten vor der Euro-Einführung fand eine stärkere Integration zwischen den 6 Gründer-Ländern statt als seither. Dass Deutschland seine Steuerhoheit mit anderen Ländern teilt (dies würde eine Fiskalunion bedeuten), deren wirtschaftliche und geopolitische Interessen nicht mehr unbedingt deckungsgleich mit den seinen sind, erscheint nur schwer vorstellbar. Und selbst wenn – Deutschland würde im Gegenzug Bedingungen stellen, die die anderen Länder abschrecken könnten.
Jedoch kann die Eurorettung nur durch eine echte Fiskalunion gelingen.
Die "Schuldenbremse" ist für die Eurorettung nur das was eine Sonnebrille zum Blauen Auge ist, liebe Frau Merkel

AdamRies

16.01.2012, 07:36 Uhr

Eine echte Fiskalunion "Steuerhoheit mit anderen Ländern teilen" hätte gleichzeitig mit der Euroeinführung und nur zwischen den Gründerländer eingeführt werden sollen.
Die Weichen wurden damals falsch gestellt, eine Korrektur ist heute schwer vorstellbar.
Europa wäre durch eine Zweiteilung enorm geschwächt und das Risiko eines Interessen-Konflikts wieder bedrohlicher.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×